Wegen rechter Literatur in Buchhandlung Margerete Stokowski sagt Lesung bei Lehmkuhl ab

Margarete Stokowski (l.) liest nicht in der Buchhandlung Lehmkuhl bei Geschäftsführer Michael Lemling (r.).(Archivbild) Foto: picture alliance/Gregor Fischer/dpa/AZ-Montage

Weil die Buchhandlung Lehmkuhl auch Bücher des rechten Antaios-Verlags verkauft, hat "Spiegel Online"-Kolumnistin und Autorin Margarete Stokowski ihre Lesung abgesagt. 

München - "Die letzten Tage des Patriacharts" heißt der Kolumnenband, aus dem Margarete Stokowski am 28. November in der Buchhandlung Lehmkuhl lesen wollte. Daraus wird nun nichts, die Autorin hat den Termin in München abgesagt.

Auf der Seite ihres Verlags, begründet sie ihre Entscheidung: "Anfang Oktober erzählte mir jemand, dass es bei Lehmkuhl auch ein Regal mit Büchern von rechten und rechtsextremen Autor*innen und aus dem Antaios-Verlag gibt." Daraufhin habe es einen Mailkontakt mit Michael Lemling, dem Geschäftsführer der Buchhandlung, gegeben, in dem Lemling der Autorin erklärte, dass es für ihn zum Engagement gegen Rechts gehöre, die Texte rechter Autoren zu kennen. Stokowski sagte die ausverkaufte Lesung ab, sie wolle nicht in einer Buchhandlung lesen, "die Bücher von Rechten und Rechtsextremen im Regal stehen hat, also aktiv zum Verkauf anbietet". 

Lehmkuhl rechtfertigt Verkauf rechter Bücher

Zuvor hatte bereits Michael Lemling eine Stellungnahme auf der Seite der Buchhandlung veröffentlicht, in der er den Verkauf von Büchern aus dem Antaios Verlag rechtfertigt: "Wer auch immer sich mit Rechtspopulisten in all ihren Spielarten beschäftigen möchte, findet dazu bei Lehmkuhl die größte Auswahl an Titeln in München. Wir haben sie unter der Rubrik 'Neue Rechte, altes Denken' zusammengestellt. Die große Auswahl ist kein Zufall, halten wir doch die Auseinandersetzung mit den Rechten für eine der wesentlichen politischen Herausforderungen der Gegenwart." Und weiter: "Was wir mehr denn je brauchen sind offene und streitbare Debatten über die kontroversen politischen Themen unserer Gegenwart. Schade, dass Margarete Stokowski es vorzieht, lieber in ihrer eigenen Echokammer zu verbleiben." 

Stokowski hingegen hält Lemlings Umgang mit rechten Werken für falsch, sich ein Buch zur Recherche bestellen zu können, dafür habe sie durchaus Verständnis. Die Werke aktiv zum Verkauf anzubieten unterstütze jedoch eine "Normalisierung rechten Denkens" und habe "finanzielle Gewinne für diese Autor*innen und Verlage" zur Folge. 

Stokowski hat angekündigt, zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort in München lesen zu wollen.

 

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