Wechsel zum FC Bayern? Effenberg: "Goretzka sollte auf Schalke bleiben"

Stefan Effenberg (rechts) rät Leon Goretzka von einem Wechsel zum FC Bayern ab. Foto: GES, sampics/Augenklick

Doppelpacker Goretzka hat der DFB-Auswahl den Weg ins Confed-Cup-Finale geebnet und weiter Eigenwerbung betrieben. Ex-Bayer Effenberg rät dem Noch-Schalker von einem vorschnellen Wechsel zum FC Bayern ab.

München - Super gegen Australien, Kunstpause gegen Kamerun, Megashow und "Man of the Match" im Halbfinale gegen Mexiko: Leon Goretzka entwickelt sich immer mehr zum großen Gewinner im Perspektivteam von Bundestrainer Joachim Löw beim Confed Cup.

Die im Gruppenfinale gegen den Afrikameister von Löw verordnete Auszeit tat dem 22-Jährigen sichtlich gut. Mit seinem Blitz-Doppelpack innerhalb von 109 Sekunden (6./8.) gegen den Gold-Cup-Sieger ebnete der Schalker der DFB-Auswahl beim 4:1 (2:0)-Erfolg in Sotschi den Weg ins Finale.

Erst verwertete Goretzka ein Zuspiel von Benjamin Henrichs von der Strafraumgrenze überlegt, dann behielt er nach einem tollen Pass von Timo Werner vor Mexikos Schlussmann Guillermo Ochoa die Nerven. Mit seinen Turniertreffern zwei und drei setzte sich Goretzka gemeinsam mit Teamkollege Timo Werner an die Spitze der Torjägerliste der Mini-WM.

Vertrag bis 2018

Geht es nach Stefan Effenberg, dann reicht Goretzkas Klasse allerdings noch nicht für den FC Bayern. "Es ist mir Sicherheit nicht der richtige Schritt, zu den Bayern zu gehen und zu sagen, ich stelle mich dort der Konkurrenz. Denn die Konkurrenz ist einfach zu groß", sagte der ehemalige Bayern-Spieler im "Sportschau Club" der ARD.

Der Profi des FC Schalke 04 wird seit Wochen immer wieder mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht. "Jeder ist heiß auf Goretzka, aber für seine persönliche Entwicklung wäre es besser, nicht zu den Bayern zu gehen", sagte Effenberg.

Der Ex-Nationalspieler spricht sich vor allem dagegen aus, dass der 22-Jährige in der aktuellen Transferperiode nach München kommt. "Er sollte auf Schalke bleiben. Denn er braucht seine Spiele, und ich bezweifle, dass er die bei den Bayern bekommt."

Auf Schalke hat Goretzka Vertrag bis 2018, Sportvorstand Christian Heidel hatte zuletzt immer wieder versichert, dass Goretzka auch in der nächsten Saison für die Schalker spielen werde.

Löw lobt Goretzka

In der Gunst von Bundestrainer Joachim Löw steht Goretzka ein Jahr vor der WM in Russland ohnehin ganz weit oben. "Er hat es bislang hervorragend gemacht, wirklich überzeugend gespielt. Er stellt schon in jungen Jahren eine gute Persönlichkeit dar", hatte Löw bereits vor dem Halbfinale gegen Mexiko erklärt.

Schon beim Turnierauftakt gegen Australien (3:2) hatte sich der Mittelfeldspieler in überragender Form präsentiert. Gegen den Asienmeister war er an allen drei Toren beteiligt. "Um sich auf dem Niveau zu beweisen, gehört mit Sicherheit mehr als nur ein Spiel dazu. Ich bin nicht der Spieler, der in jedem Spiel zwei Tore schießt, daran sollten sich auch alle gewöhnen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, torgefährlicher zu werden", hatte er im Anschluss gesagt.

Im zweiten Gruppenspiel gegen Chile (1:1) tat sich Goretzka im offensiven Mittelfeld auch etwas schwerer. Er rieb sich in zahlreichen Zweikämpfen auf. Gegen Mexiko durfte er dann wieder auf seiner Lieblingsposition ran. Er stieß aus dem defensiven Mittelfeld immer wieder in die freien Räume und war von den Mexikanern gerade in der Anfangsphase überhaupt nicht in den Griff zu bekommen.

Er könne sich mit dieser Position sehr gut identifizieren, so Goretzka, weil er auf Schalke in diesem System lange gespielt habe.

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