Wasser macht schön(er)! 10 Mineralwasser-Fakten, die Sie noch nicht wussten

Je wärmer das Wetter, desto mehr muss man täglich trinken. Foto: dpa

Es ist nicht nur sehr beliebt bei den Deutschen, sondern wirkt auch positiv auf den Körper. Zehn Fragen und Antworten rund um Mineralwasser.

 

Zugegeben: Verabredet man sich auf ein Getränk, hat man dabei kaum Mineralwasser im Sinn. Trotzdem ist genau dieses bei den Deutschen so beliebt wie nie: 2017 verkauften die Mineralbrunnen hierzulande 11,3 Milliarden Liter.

Die Branche weiß auch, warum: Die Qualität ist hoch, und die Verbraucher wollen mehr auf ihre Gesundheit achten.

Und dazu kann Mineralwasser einen entscheidenden Beitrag leisten, wie Patric Stamm von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) erklärt: "Es hält den Körper gesund und leistungsfähig, sichert die Versorgung der Zellen mit lebensnotwendigen Nährstoffen und sorgt für die Ausscheidung von Giftstoffen. Auch reguliert es die Köpertemperatur und sichert die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns.“

Grund genug, sich einmal genauer damit zu beschäftigen. Zehn Fragen und Antworten rund ums Wasser:

1. Warum sprudelt Mineralwasser?

Auf natürlichem Weg entsteht Kohlensäure, wenn sich Wasser in tiefen Gesteinsschichten wegen der niedrigen Temperaturen und des hohen Drucks mit dem Gas Kohlendioxid (CO2) verbindet.

Wenn das kohlensäurehaltige Wasser später an die Erdoberfläche tritt, kommt es zu einer umgekehrten Reaktion und es entweicht wieder CO2. Dabei entstehen kleine Bläschen, die nach oben steigen. Ähnliches passiert auch beim Öffnen einer Wasserflasche: Der Druck fällt und das Kohlendioxid entweicht.

Mineralwasser kann Kohlendioxid zugesetzt werden, zuweilen aber auch entzogen werden. Die meisten Mineralwasser sind von Natur aus eher still und führen relativ wenig Kohlensäure. Dann fangen die Produzenten das in der Natur entströmende Kohlendioxid auf und geben es später unter Druck in den Flaschen wieder zu. Zudem kann das Wasser auch mit zusätzlichem Kohlendioxid angereichert werden.

2. Wie viele Liter sollte jeder pro Tag trinken?

Die empfohlene Trinkmenge liegt laut KKH bei eineinhalb Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt – mindestens! Wie viel Flüssigkeit jeder Einzelne tatsächlich pro Tag benötigt, setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Alter, Gewicht, körperliche Konstitution oder auch Anstrengung wie etwa Sporteln im Sommer.

Fakt ist: "Wir verlieren im Schnitt täglich mehr als zwei Liter Wasser. Wird der Verlust nicht ersetzt, kann es zur Austrocknung kommen“, sagt Patric Stamm.

3. Kann man zu viel Wasser trinken?

Ja! Und das ist sogar gefährlich. Zu viel Wasser im Kreislauf – beispielsweise eine Menge von drei Litern innerhalb einer Stunde – verdünnt das Blut und mindert die Konzentration darin enthaltener Mineralien. Speziell der Salzgehalt kann dann so stark sinken, dass Muskelschwäche, Desorientierung oder auch Herzversagen die Folge sein kann.

Besonders gefährdet sind Patienten mit Nieren-, Herz- und Lebererkrankungen, aber auch Hochleistungssportler, die häufig zu viel Wasser trinken.

4. Draußen ist es heiß, das Trinkwasser ist eisgekühlt – ist das zu empfehlen?

Es gilt: Warmes Wasser kann der Körper im Sommer leichter aufnehmen. Kaltes Wasser dagegen muss erst wieder auf Körpertemperatur gebracht werden – das kostet den Körper unnötige Energie.

5. Sollte man erst trinken, wenn man Durst verspürt oder ist es dann schon zu spät?

"Durst ist ein Signal des Körpers, dass es Zeit ist, zu trinken“, so die KKH. Für gesunde Menschen sei es also der richtige Zeitpunkt und nicht zu spät. Aber Obacht: Ältere haben oftmals ein schlechtes Durstempfinden und trinken nicht regelmäßig.

6. Macht Wasser schön?

Ja! Denn: "Wasser hat nicht nur null Kalorien, sondern ist auch ein Jungbrunnen für die Haut. Da es sich im Bindegewebe sammelt, polstert es kleine Fältchen auf und hält die Haut länger jung und glatt“, teilt die Krankenkasse mit.

7. Ist stilles Wasser gesünder als Wasser mit Kohlensäure?

Nein. Dennoch ist stilles Wasser häufig besser verträglich.

8. Läuft Wasser auch ab?

Wasser mit Kohlensäure hält sich länger als stilles Wasser. Denn die Zugabe von Kohlensäure hemmt das Wachstum von Keimen. Allerdings hängt die Haltbarkeit von Sprudelwasser davon ab, worin es abgefüllt wird. In Glasflaschen hält es meist länger als in PET-Flaschen. Kohlensäurehaltiges Wasser kann in PET-Flaschen einen Teil seiner Kohlensäure verlieren, und Sauerstoff dringt leichter ein. Darauf weist die Verbraucherzentrale Bayern hin.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) für Sprudelwasser in PET-Flaschen ist daher oft sogar kürzer als für stilles Mineralwasser. In der Regel ist ein Zeitraum von ein bis zwei Jahren angegeben.

Aber nicht nur das: Auch Abstriche beim Geschmack müssen Verbraucher bei Wasser in Kunststoffflaschen machen, das hat "Stiftung Warentest“ ermittelt. Viele schmecken dann untypisch zitronig. Das kommt vom Acetaldehyd, einem Stoff, der bei der Herstellung des Kunststoffs PET entsteht. Er kann ins Wasser übergehen. Gesundheitlich sei das aber unkritisch, so die Experten.

9. Wie lange kann ich Wasser geöffnet stehen lassen?

Ist die Flasche einmal geöffnet, sollte man das Wasser innerhalb weniger Tage verbrauchen. Denn beim Öffnen können Mikroorganismen in die Flasche kommen. Einmal ins Innere gelangt, vermehren sie sich – besonders rasch in heller und warmer Umgebung. Am besten lagern Verbraucher angebrochene Wasserflaschen deshalb im Kühlschrank.

10. Warum kann Wasser bitter schmecken?

Viel Calcium im Wasser sorgt für einen leicht bitteren Geschmack. "Viel Calcium ruft oft ein trockenes Mundgefühl hervor“, sagt der Lebensmitteltechniker Peter Schropp. Laut Mineralwasser-Verordnung darf ein Wasser mit mehr als 150 Milligramm pro Liter calciumhaltig genannt werden.

Wenige Mineralstoffe im Wasser bedeuten aber nicht automatisch, dass es neutral schmeckt. "Wenn ein Wasser von den Mineralstoffen her dem Speichel ähnelt, erkennt der Mensch keine Reizänderung“, sagt Schropp. Daher werde ein Wasser mit 600 bis 700 Milligramm Mineralstoffen pro Liter meist als am mildesten empfunden.

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