Was taugen Reise-Vergleichsportale? Per Klick in die Ferien

Sonnenbaden in Ägypten: Nicht jedes Vergleichsportal informiert wirklich über die günstigsten Preise. Foto: dpa-tmn

MÜNCHEN Urlaubszeit, Klickzeit. Vor der Erholung kommt der Abflug, davor die Buchung, und ganz am Anfang steht die Suche nach dem besten Angebot. Vergleichsportale im Internet nehmen uns die Mühsal des Auswählens und Bewertens ab. Aber auch von diesen Suchhilfen gibt es so viele, dass sich der Nutzer schnell überfordert fühlt: Soll er bei Opodo suchen – oder doch lieber bei tui.de?

 

Dicke Umsätze, hohe Nutzerzahlen. Die Vergleichsportale sind beliebt und machen gute Umsätze mit den Provisionen, die sie von Reiseanbietern bekommen. Opodo.de meldete beispielsweise zuletzt 468 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das Portal www.ab-in-den-urlaub.de verbuchte pro Jahr fünf Millionen Besucher.

Der Testsieger Check24 schlägt die anderen. Die Hochschule Rosenheim hat jetzt neun unabhängige Vergleichsportale plus die Website des Reiseanbieters Tui unter die Lupe genommen, ihre Benutzerfreundlichkeit, die Preise, die Beratung und die Buchung geprüft. Das Ergebnis: Unter allen Anbietern schnitt das Münchner Portal Check24 am besten ab. Auf der zweiten Stelle landete Thomas cook,gefolgt von Holidaycheck und Tui (wobei letzteres Portal nur eigene Reisen anbietet). Auf Platz fünf landete weg.de, auf Platz sechs Travel Channel, Platz sieben nahm Last Minute ein, acht Expedia, neun Ab in den Urlaub. Das Schlusslicht bildete Opodo.

Nicht überall wird der günstigste Preis gezeigt. Leiterin der Studie war die Marketing-Professorin Brigitte Kölzer. Die 48-Jährige klickt selbst gerne bei der Vorbereitung für den Urlaub auf ein Vergleichsportal – und war überrascht: Nicht ihr bisheriges Lieblingsportal schnitt im Test am besten ab. Wer über Google „Flüge buchen“ eingibt, kommt eben nicht automatisch aufs beste Portal. Die Unterschiede zeigten sich unter anderem beim Preis. Nicht jedes Portal zeigt dem Nutzer tatsächlich die günstigsten Angebote. Kölzers Studenten überprüften dies anhand verschiedener Modell-Touristen, die acht Reiseziele in den beliebtesten Destinationen der Deutschen buchten. Wichtig war neben den aufgeführten Preisknüllern die tatsächlich Verfügbarkeit der Angebote.

Unseriöse Werbetricks. Ungut fiel die Seite www.ab-in-den-urlaub.de auf. Studenten, die auf einen Preisknüller klickten, bekamen im Test bei ab-in-den-urlaub.de häufig den Hinweis, das Angebot sei leider nicht mehr verfügbar – dafür aber andere (leider teurere) Reisen. Das Portal wirkt in weiterer Hinsicht nur begrenzt seriös: „Exklusive“ Angebote, die nicht besser sind als andere, werden prominent an erster Stelle aufgeführt sind. Nutzer, die nicht auf der Hut sind, fallen womöglich auf den Werbetrick herein und stöbern nicht in den übrigen Angeboten. Als penetrant empfanden die Tester auch die wiederholte Aufforderung bei ab-in-den-urlaub.de, zusätzlich zur gewünschten Reise Zusatzleistungen wie eine Reiserücktrittskosten- oder eine Krankenversicherung zu buchen.

Der Service ist überall passabel, zum Teil sehr gut. Wichtig für die Bewertung waren auch die Hotline und der Kundenservice per Mail. Die Tester fragten, ob die Stornierung einer Buchung möglich sei, ob sie ein bestimmtes Zimmer im gewählten Hotel buchen könnten und wie sie die Reiseunterlagen bekommen würden. Das Ergebnis: „Sehr gute Antworten, freundlich, Zusatzinfos“ gab es von Check24 – und das auch noch kostenlos. Auch die übrigen Anbieter kümmerten sich um die Nutzer – bei jedem reichte es zu einem „okay“. sun

 

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