Was passiert nach Heynckes? Der FC Bayern, Jupp und ein Trainer-Joker

"Niko macht das unaufgeregt, sachlich. Klar in der Analyse. Seine Handschrift prägt die Mannschaft", sagt Bayern-Coach Jupp Heynckes (links) über Frankfurts Niko Kovac (Zweiter von links) – seinen Nachfolger? Julian Nagelsmann (30, Dritter von links) ist den Münchnern "zu jung". Thomas Tuchel (rechts) ist der Favorit auf die Heynckes-Nachfolge. Foto: firo/Augenklick

Eintracht-Coach Niko Kovac ist einer der Kandidaten für die Nachfolge von Jupp Heynckes. "Mir gefällt, wie er agiert. Prima!", sagt der Bayern-Trainer. Am Samstag kommt es zum Duell der beiden.

München - Die Bayern parshippen jetzt. Es hat nur noch nicht gefunkt. Das mit dem Ex, mit Jupp Heynckes, funktioniert wunderbar. Doch der Freundschaftsdienst ist endlich. Heynckes' Vertrag endet im Juni, danach möchte er seinen Lebensabend endgültig in seinem Bauernhaus im niederrheinischen Schwalmtal genießen.

Und wer macht's dann? Wer übernimmt zur neuen Saison den FC Bayern? Ein deutschsprachiger Trainer soll es sein. Darauf haben sich die Bosse nach der missglückten 15-Monate-Ära von Carlo Ancelotti festgelegt. Bleiben nicht mehr viele, die diesen Job im Kreuz hätten.

Julian Nagelsmann (30), der in Hoffenheim sein erstes Tief durchmacht, wird von den Verantwortlichen an der Säbener Straße als schlicht "zu jung" befunden.

Schalkes Domenico Tedesco (32) erlebt gerade seine erste Bundesliga-Saison und ist auch nicht wesentlich älter als Nagelsmann.

Ralph Hasenhüttl (50) hat sich selbst kürzlich als zu unerfahren bezeichnet und soll – wie sein Förderer und Sportdirektor Ralf Rangnick – demnächst seinen Vertrag bei RB Leipzig verlängern.

Den Ex-Dortmunder Jürgen Klopp (50), den Karl-Heinz Rummenigge sehr schätzt, wird man nicht vom FC Liverpool loseisen können, die Reds haben gerade das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Bliebe Thomas Tuchel (44), der momentan eine Saison pausiert. Er soll der Favorit sein. Er soll aber auch – ganz Dortmund weiß das – nicht der einfachste Zeitgenosse sein. Und wenn man sich mit dem ehemaligen Dortmunder Coach nicht auf eine Zusammenarbeit einigen kann? Ja – wer käme dann noch infrage?

Eintracht auf Tuchfühlung zu Europa-League-Plätzen

Immer häufiger fällt der Name Niko Kovac. Seit März 2016 trainiert der Kroate Eintracht Frankfurt, Bayerns Gegner am Samstag (15:30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker). Laut Frankfurter Rundschau soll der 46-Jährige zumindest in den Gedanken der Bayern-Bosse eine Rolle spielen, er stehe auf der Kandidaten-Liste.

Als Joker für den Fall der Fälle. Nicht die schlechteste Wahl. Nach seiner Übernahme zog Kovac die Eintracht aus dem Abstiegskampf, führte die Hessen siegreich durch die Relegation. In der Saison 2016/17 wurde Frankfurt Elfter und erreichte das Pokalfinale (1:2 gegen Dortmund).

Unter Coach Kovac, dem sein Bruder Robert assistiert, hat sich die launische Diva vom Main stabilisiert, ist momentan Achter mit Tuchfühlung zu den Europa-League-Plätzen. "Die Eintracht ist eine wirklich gut strukturierte Mannschaft, sehr lauf- und kampfstark. Aggressiv, bissig. Das ist seine Handschrift", sagte Heynckes am Freitag über seinen Trainerkollegen, "Niko macht das unaufgeregt, sachlich. Klar in der Analyse. Mir gefällt, wie er agiert. Prima." Ein dickes Lob.

Kovac hätte den geforderten Stallgeruch, spielte von 2001 bis 2003 für Bayern, sammelte seine ersten Coaching-Erfahrungen als Junioren- und danach Assistenz-Trainer bei RB Salzburg, übernahm nach Kroatiens U21-Auswahl im Oktober 2013 die A-Nationalmannschaft und führte diese zur WM 2014 in Brasilien.

In Medienfragen lässt er sich übrigens von Markus Hörwick, dem früheren Mediendirektor des FC Bayern, beraten. Bingo?

Frankfurt kämpft um Kovac

"Niko hat richtig Spaß an dieser Aufgabe, wir wollen zusammen etwas entwickeln. Er sieht, dass hier etwas entsteht", sagt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Er glaubt, dass Kovac "gerne länger in Frankfurt bleiben würde". Daher soll der Kroate seinen bis 2019 datierten Vertrag bereits in der Winterpause bis mindestens 2021 verlängern.

Kovac selbst tappt in keine rhetorische Falle, sagt cool: "Ich bin hier glücklich und denke, wir machen hier einen soliden Job." Für Bobic steht fest: "Um Bayern zu trainieren, braucht man eine richtig große Nummer. Ich glaube, am Ende wird es kein Trainer aus der Bundesliga werden." Nur ein Ablenkungsmanöver? Oder weiß Bobic etwa mehr?

Lesen Sie hier: Geht Trainer Kovac? Bobic hat "keine Sorgen"

 

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