Warnung vor Mediziner-Mangel Ärztepräsident plädiert für mehr Medizin-Studienplätze

In Deutschland entwickelt sich ein Mangel an Ärzten. Vor allem Allgemeinmediziner werden händeringend gesucht. Trotzdem stehen an den Universitäten für 45.000 Bewerber gerade einmal 9.000 Studienplätze zur Verfügung.

 

Berlin - Die deutsche Ärzteschaft dringt auf eine Ausweitung des Studienangebots für Mediziner. Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der Heilbronner Stimme, es seien mindestens zehn Prozent mehr Studienplätze vonnöten.

"Immer mehr Bewerber müssen sich um immer weniger Studienplätze in der Humanmedizin bemühen", sagte Montgomery. 45.000 Bewerbern stünden gerade einmal 9.000 Studienplätze zur Verfügung, obwohl Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis händeringend gesucht werden. Allein in den alten Bundesländern habe es 1990 noch 12.000 Plätze gegeben. Heute seien es 10.000 im gesamten Bundesgebiet.

Forderung nach Lehrstühle für Allgemeinmedizin

Darüber hinaus müssten Medizinstudierende stärker an die Allgemeinmedizin beziehungsweise an die hausärztliche Tätigkeit herangeführt werden, forderte der Präsident der Bundesärztekammer weiter. Dafür müssten an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingerichtet werden.

Der Ärztemangel werde sich verschärfen, wenn nicht gegengesteuert werde, warnte Montgomery. Die Gesellschaft altere, auch das Durchschnittsalter der Ärzteschaft. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plane, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben.

 

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