Walpurgisnacht Freinacht in München und Bayern: Das ist passiert

Auswüchse der Freinacht: In Ramersdorf wurden Autoscheiben eingeschlagen (o.), in der Au wurden Autos mit Klopapier „verziert“. Foto: Ronald Zimmermann

Kanaldeckel aufgehebelt, Böller angezündet, Bauzäune umgeworfen: Die Polizei hatte viel zu tun in der Freinacht. Das ist in München und Bayern alles passiert.

 

München - Wie immer hat die Freinacht in und um München für zahlreiche Einsätze der Polizei gesorgt. Mit Klopapier eingewickelte Autos sind dabei noch die eher harmloseren Streiche. „Das war allerdings nichts, wo Grenzen überschritten worden sind“, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim am Dienstag.

Lesen Sie hier, was in München und Bayern alles passiert ist:

Oberpfalz: Böller und aufeghebelte Kanaldeckel

 In der Walpurgisnacht mussten die Beamten mehr als 60 Einsätze bewältigen. Es kam aber zu keinen größeren Sicherheitsstörungen. So wurden, wie jedes Jahr, Kanaldeckel ausgehoben, Böller gezündet und Blumentröge, bzw. Bauzäune umgeworfen.

Bei mehreren Körperverletzungsdelikten erlitten insgesamt 6 Personen leichte Verletzungen. In Amberg, Bürgermeister-Bartelt-Straße, warfen unbekannte Täter drei Fensterscheiben eines derzeit leerstehenden Schulgebäudes ein. Es entstand ein Schaden in Höhe von ca. 800,- Euro.

In Weiden, Am Langen Steg, wurde in der Zeit von 22.30 bis 23.00 Uhr, ein abgestellter PKW, Daimler-Chrysler, zerkratzt. Hier entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 3 000,- Euro.

Neun abgetretene Auto-Seitenspiegel in München

In München verlief die Freinacht nach bisherigem Polizeibericht verhältnismäßig ruhig ab. Neben kleineren Streichen wie Eierwürfen, mit Klopapier eingewickelten Bäumen und Autos oder Verunreinigungen mit Rasierschaum, wurden im Glockenbachviertel an neun Autos die Seitenspiegel abgetreten.

Verwantwortlich für die abgetretenen sind drei Schüler, die die Polizei erwischen konnte. Auch ein Container sei vermutlich mit Feuerwerkskörpern in Brand gesteckt worden.

Polizei Schwaben Nord:

 Das Freinachtgeschehen im Dienstbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord gestaltete sich zwar arbeitsreich, aber erfreulicherweise ohne größere Personen- und Sachschäden. Insgesamt wurden der Einsatzzentrale in Augsburg einundsiebzig Einsätze mit Freinachtbezug mitgeteilt.

Schwerpunkte der polizeilichen Tätigkeit waren die Beseitigung von Ruhestörungen und Streitschlichtungen. Vereinzelt kam es zum Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen (Restbestände von Silvesterknallern) sowie Sachbeschädigungen durch Eierwerfen auf Gebäudefassaden und Zweckentfremdung von Rasierschaum. Örtliche Schwerpunkte waren nicht zu erkennen.

Freinacht-Bilanz des Polizeipräsdiums Oberbayern Nord:

Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord registrierte rund 200 Notrufe im Zusammenhang mit der Freinacht. In 81 Fällen war die Polizei wegen einer gemeldeten Sicherheitsstörung vor Ort im Einsatz. Der Schwerpunkt des Einsatzgeschehens lag in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau.

Bei Körperverletzungsdelikten wurden vier Personen leicht verletzt. Der aktuell bezifferbare Sachschaden beträgt rund 8000 Euro. Erfahrungsgemäß wird es dabei nicht bleiben, da viele Geschädigte sich erst jetzt an die Polizei wenden. Überwiegend hielten sich die Freinachtscherze im vertretbaren Rahmen.

Am Klostersee in Ebersberg hatten sich rund 300 Jugendliche versammelt und verwandelten die Grünfläche in eine Partyzone mit den bekannten Folgen. Mehrmals musste die Ebersberger Polizei für Ruhe sorgen, nachdem sich Anwohner beschwerten.

Gegen 23.30 Uhr traf eine Polizeistreife in Inning am Ammersee auf eine Gruppe Jugendlicher und einen leicht verletzten 44-jährigen Mann. Dieser hatte die Jugendlichen mit einer Schreckschusswaffe verfolgt und damit mehrfach geschossen. Offensichtlich fühlte er sich bestohlen, nachdem die Jugendlichen vorher an seinem Anwesen vorbeigingen.

Die Polizeiinspektion Herrsching ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. An einem Badeweiher bei Haimhausen im Landkreis Dachau gerieten zwei Jugendgruppen in Streit. Insgesamt waren an der körperlichen Auseinandersetzung rund 30 Personen beteiligt. Vier Personen wurden leicht verletzt.

 

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