"Wall Street Journal" kontert Höcke dementiert Hitler-Aussagen: Gibt es Tonaufnahmen?

Höckes Wahlkampf gegen das große "Wall Street Journal": Wer muss sich am Ende beugen? Foto: dpa/AZ

Mit seinen verharmlosenden Aussagen über Hitler hat Björn Höcke für großen Wirbel gesorgt. Jetzt rudert der Thüringer AfD-Vorsitzende zurück: alles sei aus dem Zusammenhang gerissen. Das Wall Street Journal kontert mit Tonaufnahmen, die offenbar das Gegenteil beweisen.

 

Berlin/New York/Erfurt - Berichte des Wall Street Journals, nach denen der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke die Taten von Adolf Hitler verharmlosen würde, haben Anfang der Woche für Schlagzeilen und viel Gesprächsstoff gesorgt. Der Politiker selbst hat jetzt reagiert und seine Aussagen zu erklären versucht: In der Jungen Freiheit sagte Höcke: "Das habe ich so nicht gesagt. Das ist nicht meine Meinung".

Nach Ansicht Höckes seien die Zitate aus dem Gesprächszusammenhang gerissen worden und würden deshalb einen völlig falschen Eindruck vermitteln. Dient die ganze Aktion also nur zur Meinungsmache gegen den Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland? Ein Sprecher des AfD-Verbands in Thüringen sagte zumindest der Deutschen Presseagentur, er gehe davon aus, dass Höcke damit die Wahrheit gesagt habe.

Das Wall Street Journal hält dagegen

Die US-Zeitung hatte Höcke mit folgendem Wortlaut zitiert: "Das große Problem ist, daß man Hitler als das absolut Böse darstellt. Wir wissen aber natürlich, daß es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt." Die Mitarbeiter, die das Interview geführt haben, bestätigten diese Aussagen auf Mediennachfrage.

Aussage gegen Aussage? Nicht ganz ...!

Denn das Wall Street Journal hat Berichten zufolge nun eine Tonaufnahme des Gesprächs veröffentlicht. Aus diesen soll klar hervorgehen, dass der ehemalige Geschichtslehrer die Person Adolf Hitlers verharmlost. Meedia schreibt, dass Höcke trotz mehrfacher Nachfragen des WSJ-Journalisten Anton Troianovski nicht von seinen Aussagen abrücken wollte.

Überlegungen, den umstrittenen Politiker aus der Partei auszuschließen, gibt es schon länger. Nun scheinen Überlegungen im Raum zu stehen, Höcke bis zu einer endgültigen Entscheidungen des Parteivorstands, alle Parteirechte zu entziehen. Neuesten Umfragen zufolge hat die AfD erneut an Wählergunst eingebüßt - sie liegt nur noch bei acht Prozent. Eine Distanzierung von Höcke soll wohl zusätzlichen Schaden von der Partei fernhalten.

Zu rechts für Rechts?

Rückt damit auch das definitive Aus für Höcke näher? Klar ist das sicherlich noch nicht, doch die Entwicklungen der letzten Zeit deuten darauf hin. Eine Mäßigung Höckes können die Parteioberen nicht erwarten: Das Interview mit dem Wall Street Journal fand offenbar nach der mittlerweile berüchtigten Dresden-Rede statt, für die Höcke bereits viel Kritik geerntet hatte. Besserung ist demnach also wohl nicht in Sicht, vielmehr dürfte sich Höcke weiter seiner klassischen Taktik bedienen: Erst mit Geschmacklosigkeiten auffallen, dann zurückrudern.

 

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