Waldsterben 2.0? Naturschützer verlangen Milliarden-Programm für die Wälder

Ein Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz. Foto: Daniel Förster/dpa

Der deutsche Wald leidet unter Dürre, Schädlingen und Stürmen. Rufe nach wirkungsvoller und schneller Hilfe werden immer lauter. Während die Politik einen "Masterplan" verspricht, fordert der BUND ein großes Investitionsprogramm.

 

Berlin/Moritzburg - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Deutschland hat von der Bundesregierung mindestens 1,5 Milliarden Euro für die Rettung des Waldes in Zeiten des Klimawandels gefordert.

Wenigstens eine Milliarde Euro solle in ein Programm zum Umbau von Nadelforsten hin zu naturnahen Laubmischwäldern fließen, erklärte BUND-Chef Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin. Zusätzlich würden 500 Millionen Euro zur Unterstützung privater Waldbesitzer gebraucht.

Hintergrund ist ein Treffen der Forstminister von CDU und CSU am Donnerstag in Moritzburg bei Dresden. Dort soll ein Masterplan vorgestellt werden, um den Wald vor dem Kollaps zu bewahren.

Weiger begrüßte das Treffen, warnte aber auch davor, ihn zu einem "Show-Gipfel" zu machen. Nur der Kampf gegen die Klimakrise könne Wälder retten. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) müsse vor allem Klimaschutzmaßnahmen im Agrarbereich unterstützen.

"Wir brauchen endlich eine Wende in der Agrarpolitik weg von industrieller Massentierhaltung und ausgeräumter Agrarlandschaft ohne Zwischenstrukturen hin zu klimaverträglichen Anbaumethoden, artgerechter Tierhaltung und der Förderung ökologischer Landwirtschaft", sagte Weiger. Die Stickstoffeinträge aus der Luft seien eine zentrale Belastung der Wälder.

Die FDP-Bundestagsfraktion forderte unterdessen die Einrichtung einer Task Force zur Rettung der Wälder. "Laut Bundeswaldinventur sind mehr als 100.000 Hektar nachhaltig geschädigt. Unser Patient gehört endlich in die Hände von Experten", teilte die Fraktion mit.