Wahltrend CSU rutscht in Umfragen auf 43 Prozent

In Umfragen rutscht Horst Seehofer mit seiner CSU auf 43 Prozent ab. Foto: dpa

Die Flüchtlingskrise hat erste Folgen für die politische Stimmung in der bayerischen Bevölkerung - nach einer neuen Umfrage verliert die CSU kräftig.

 

München - Erstmals seit der Landtagswahl muss die CSU einen Absturz in der Wählergunst befürchten. Bei einer Landtagswahl käme die CSU derzeit auf 43 Prozent, ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag von "Stern" und RTL. Das entspräche dem Ergebnis der Landtagswahl 2008, als die CSU ihre absolute Mehrheit verloren hatte.

Auch bei einer Bundestagswahl müsste die CSU demnach mit kräftigen Verlusten rechnen. Nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner treiben die Attacken von CSU-Chef Horst Seehofer der rechtskonservativen AfD Stimmen zu.

Die AfD würde laut Umfrage derzeit mit sechs Prozent in den Landtag einziehen. Der neue AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron sagte dazu: "Unsere bürgernahe Politik zeigt Wirkung." Die CSU kopiere die AfD in der Asylpolitik. "Die hat alles von uns übernommen, was wir in unserem Asylprogramm stehen haben. Die Leute merken das."

Forsa-Chef Güllner kommentierte: "Damit bestätigt sich die alte Erfahrung, dass man mit rechten Themen immer das radikalere Original - in diesem Fall die AfD - stützt und das eigene Lager schwächt."

Doch sogar bei einem Absturz auf 43 Prozent könnte die CSU laut Umfrage weiter allein mit absoluter Mehrheit der Sitze regieren. SPD, Grüne, Freie Wähler und AfD zusammen würden demnach mit 41 Prozent weniger Stimmen erhalten als die CSU allein. Die SPD würde laut Forsa mit 19 Prozent im Dauertief verharren, die Grünen würden im Vergleich zur Landtagswahl 2013 leicht auf 11 Prozent zulegen.

Sorgen machen müssen sich die Freien Wähler, die laut Umfrage nur noch bei fünf Prozent liegen - eine Fortsetzung des Sinkflugs, der nach der Landtagswahl einsetzte. FDP und Linke würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Befragt wurden nach Angaben von RTL vom 23. September bis 2. Oktober 1700 wahlberechtigte bayerische Bürger.

 

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