Wahl im Münchner Stadtrat Umweltreferat: Hollemann zieht Kandidatur zurück

Als "große Ehre" empfand Markus Hollemann seine Kandidatur zum Umwelt- und Gesundheitsreferenten. Jetzt hat der ÖDP-Politiker hingeschmissen. Die Bilder. Foto: Daniel von Loeper

Nachdem bekannt wurde, dass der designierte Umweltreferent Markus Hollemann mit strikten Abtreibungsgegnern sympathisiert, wurde die Wahl vertagt. Jetzt zog der ÖDP-Politiker seine Kandidatur sogar zurück.

 

München - Der umstrittene Markus Hollemann (ÖDP) will offenbar nicht mehr für die Wahl zum Umwelt- und Gesundheitsreferenten im Münchner Stadtrat kandidieren. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Josef Schmid (CSU) soll sich Hollemann dazu entschieden haben, nicht mehr für die Wahl zur Verfügung zu stehen.

Auf Empfehlung der CSU, die laut Koalitionsvertrag mit der SPD ein Vorschlagsrecht für den Posten im Umwelt- und Gesundheitsreferat hat, sollte der ÖDP-Politiker am Mittwochvormittag in der Stadtrat-Vollversammlung zum Umweltreferenten gewählt werden. Dann machte die Nachricht die Runde, Hollemann sei Mitglied im Verein "Aktion Lebensrecht für alle" - eine Vereinigung von Abtreibungsgegnern. Die Wahl wurde zunächst vertagt, jetzt muss ein neuer Kandidat aufgetrieben werden.

Da Hollemann als Leiter des Gesundheitsreferats unter anderem für die Schwangerenberatungsstelle der Stadt zuständig gewesen wäre, wirft die Info über seine Abtreibungsgegner-Sympathien ein noch pikanteres Licht auch den Fall.

Der neue Wahltermin ist auf 04. März verlegt worden.

In einem schriftlichen Statement erklärt Hollemann, er habe "keine Sympathie für radikale Abtreibungsgegner". Im Verein "Aktion Lebensrecht für alle" sei er lediglich passives Mitglied, trotzdem wolle er seine Mitgliedschaft nun kündigen. Er bedauere "sich nicht intensiver mit der Programmatik auseinandergesetzt zu haben", so der ÖDP-Politiker.

 

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