Wälder in Bayern Wald bringt Geld - Staatsforsten melden Rekordumsatz

Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften 800 000 Hektar Wald. Foto: dpa

Neues aus dem Walde: Bayerns Bäume sind profitabler als Industrie und Mittelstand. Von der Umsatzrendite der Staatsforsten können viele Manager nur träumen. Und dabei wollen die Förster naturnah wirtschaften.

 

München - Die Bayerischen Staatsforsten melden einen neuen Rekordumsatz von mehr als 415 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb im vergangenen Geschäftsjahr ein Gewinn von 77,1 Millionen Euro, wie Agrarminister Helmut Brunner (CSU) am Freitag in München berichtete. Gleichzeitig schreiten die Staatsforsten nach Brunners Angaben im Natur- und Artenschutz voran: Die Zahl der Laubbäume und Mischwälder steigt und der Wald wird älter. "In Bayern schließen sich Ökonomie und Ökologie nicht aus", sagte Brunner.

Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften 800 000 Hektar Wald - etwa ein Zehntel der Landesfläche - und sind damit der größte deutsche Forstbetrieb. 77,1 Millionen Euro Gewinn bei 415 Millionen Euro Umsatz entsprechen einer Umsatzrendite von 18,5 Prozent - der Staatswald ist damit in etwa drei mal so profitabel wie die durchschnittliche Mittelstandsfirma. Hilfreich war die Natur: Es gab keine großen Stürme und auch die befürchtete "Borkenkäfer-Kalamität" blieb aus, wie Vorstandschef Rudolf Freidhager sagte.

Sowohl Brunner als auch Freidhager betonten mehrfach, dass der Profit nicht auf Kosten der Natur gehe: So wachsen in Bayerns Staatswäldern alljährlich mehr Bäume nach als gefällt werden. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden knapp 5,1 Millionen Festmeter Holz gefällt - es wuchsen aber 6,1 Millionen Festmeter nach.

Der größte Teil des Gewinns fließt an die Staatskasse; Agrarminister Brunner darf die 76 Millionen Euro aber nicht für sein Ressort behalten. "Ich würde das sehr gerne für meinen Bereich nutzen, aber der Finanzminister kennt die Situation inzwischen sehr genau", sagte Brunner.

Im nächsten Jahr werden Umsatz und Gewinn voraussichtlich etwas niedriger ausfallen. Ursache ist unter anderem, dass anstelle der früher häufigen Fichten-Monokulturen mehr Laubbäume gepflanzt werden oder natürlich nachwachsen. Laubbäume lassen sich jedoch schlechter verkaufen. "Die Fichte ist unser Brotbaum", sagte Freidhager.

Große Sorgen macht Brunner und den Förstern der Asiatische Laubholzbockkäfer. Der eingewanderte Käfer bevorzugt in seiner ostasiatischen Heimat Weiden und Pappeln, befällt in Bayern aber inzwischen acht Baumarten. Die Wirtsbäume sterben in der Regel nach einigen Jahren ab, so dass bei ungehinderter Ausbreitung möglicherweise sehr hohe Schäden entstehen könnten. "Wir müssen alles tun, um den Käfer auszurotten", sagte Brunner.

Bisher ist der Käfer in Bayern nur in wenigen Gemeinden aufgetreten, unter anderem im Osten Münchens. Brunner warb um Verständnis dafür, dass die Behörden sämtliche betroffenen Bäume fällen und Quarantänezonen rings um die Fundorte einrichten. Die Hoffnung, dass sich das Problem von selbst erledige, sei aus seiner Sicht verantwortungslos, sagte der niederbayerische CSU-Politiker.

 

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