Vorwürfe gegen Coburger Polizei Polizei soll verletzten Demonstranten angegriffen haben

Die bayerischen Linken, die eine Gegendemonstration veranstaltet hatten, warfen der Polizei vor, eine junge Frau und einen 60-jährigen Demonstranten bei den Auseinandersetzungen verletzt zu haben. Foto: dpa

Bei Protesten gegen eine Nazi-Demo in Coburg soll die Polizei einen Mann, der bereits ärztlich behandelt werden musste, nochmals angegriffen haben. Das Innenministerium will die Vorwürfe prüfen.

 

Coburg – Bei Protesten gegen eine Versammlung von Rechtsextremisten in Coburg ist es am Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach Angaben der Polizei hatten vor allem Teilnehmer aus der linksautonomen Szene Sitzblockaden organisiert, um die Demo von Rechtsextremisten zu behindern. Die Polizei nahm fünf Menschen aus beiden Lagern wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand fest. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Insgesamt beteiligten sich mehrere hundert Teilnehmer an den Demonstrationen gegen Rechts.

Die bayerischen Linken, die ebenfalls eine Gegendemonstration veranstaltet hatten, warfen der Polizei vor, eine junge Frau und einen 60-jährigen Demonstranten bei den Auseinandersetzungen verletzt zu haben. Der Mann sei nach einem ersten Polizeiübergriff bereits in der Obhut des Notarztes gewesen und nochmals angegriffen worden. „Bei einem solch ungeheuerlichen Vorgang müssen grundsätzliche Konsequenzen gezogen werden. Menschen, die gegen Nazis auf die Straße gehen, werden krankenhausreif geschlagen“, kritisierte der Landessprecher der Linken in Bayern, Xaver Merk. Die Polizei kündigte an, dem Vorwurf gewissenhaft nachzugehen.

„Wir nehmen die Vorwürfe ernst, das ist gar keine Frage“, sagte eine Sprecherin der Polizei Coburg am Sonntag auf Anfrage. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums werden alle Informationen über die Vorfälle ausgewertet, nach Möglichkeit auch anhand von Videoaufzeichnungen.

 

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