Vorstoß der CSU Mehr Wasser, mehr Lebensqualität für München

, aktualisiert am 16.05.2018 - 21:43 Uhr
Träumen darf man ja: das Tal als Fußgängerzone mit Bachlauf. Eine Idee des Architekten Markus Uhrig aus dem Jahr 2017. Foto: Visualisierung Grafikbüro Formstadt

Ufer, Biotope, Stadtbäche: CSU-Mann Marian Offman wünscht sich mehr Bezug zum Wasser in München. Er sagt: "Wasser zieht die Menschen an."

München - "Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, im Hinterhof der Synagoge in der Reichenbachstraße, da floss früher ein Bach. Das werde ich nie vergessen, das war sensationell." Marian Offman (CSU) ist erkennbar ein Fan der Münchner Stadtbäche.

Und mehr noch: Sei es ein Bach oder nur ein Brunnen, "Wasser zieht die Menschen an, Wohnen und Leben am Wasser ist eine Erhöhung der Lebensqualität". Um Wasser im öffentlichen Raum dreht sich deshalb ein Antrag, den er im Stadtrat gestellt hat. Konkret heißt es: "Das Planungsreferat soll Grundstücke aufzeigen, auf denen ein Potenzial für Bauen mit Wasserbezug entwickelt werden kann."

Das könne die Isar sein, ihre Seitenarme, die Würm und auch "die Wiederherstellung der Stadtbäche, wie sie schon oft gefordert wurde". Ein konkretes Beispiel hat er auch parat: Beim Neubau einer Wohnanlage mit 700 Wohnungen in der Truderinger Straße hätte man den unterirdisch verlaufenden Hachinger Bach an die Oberfläche holen und ein Biotop, in dem die Anwohner auch baden könnten, anlegen können, so Offman.

Offman: Frage der grundsätzlichen Einstellung

Doch leider: Im städtebaulichen Wettbewerb für das Projekt kam eine solche Option nicht vor. Düsseldorf, Berlin oder Hamburg zeigten, wie Bauen am Wasser das Stadtbild gestalten könne, so Offman: "Das ist eine Frage von Kosten, vor allem aber der grundsätzlichen Einstellung."

Marian Offman (CSU)

Er stellt klar: Wohnen am Wasser, das solle nicht nur für teure Eigentumswohnungen gelten, sondern auch für geförderten Wohnraum. Und: "Wir reden nicht davon, Ufer zu betonieren und in geschützte Gebiete vorzudringen."

Offman fürchtet, die Verwaltung werde den Vorschlag abbügeln, dabei erhält er Unterstützung. "Wir finden es positiv", sagt Florian Roth, Chef der Stadtrats-Grünen. Sieben Varianten für eine Revitalisierung wurden dargelegt (siehe unten).

"Das liegt aber schon zweieinhalb Jahre und wird auf die lange Bank geschoben", moniert Roth. Immerhin ein Vorschlag wird wirklich konkret: Der Stadtgrabenbach soll in der Herzog-Wilhelm-Straße wieder oberirdisch fließen. Nach einer Machbarkeitsstudie von Green City und einem entsprechenden Auftrag des BA an die Stadt liegt die Causa beim Baureferat. "Das muss man endlich anpacken", sagt Roth.

Sieben Vorschläge der Grünen

Schon seit den 1970er Jahren gibt es quer durch die Parteien Forderungen, die Stadtbäche wieder freizulegen. 2015 brachten die Grünen zuletzt sieben Vorschläge dazu ein, die immer noch auf Umsetzung warten.

So soll in der Pestalozzistraße der Glockenbach zwischen Holzstraße und Müllerstraße freigelegt werden. Entlang der Herzog-Wilhelm-Straße, am Lenbach- und Maximiliansplatz und am Stachus und Odeonsplatz könnte der westliche Stadtgrabenbach freigelegt werden.

Am St.-Anna-Platz soll der Stadtsägmühlbach plätschern. Der Architekt Markus Uhrig hat 2017 ein Konzept für Tal und Isartor erarbeitet, unter anderem mit einem Stadtbach, der dem alten Bächle und dem historischen Strohhammerbach in der Mitte des Tals folgt – und einer modernen Brücke an der Hochbrückenstraße.

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