Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Die Münchnerin MarieMarie hofft auf ein Ticket nach Kopenhagen

MarieMarie, bürgerlich geboren 1984 als Maria Scheiblhuber, ist eine deutsche Singer-Songwriterin und Harfenistin. Foto: Uwe Kepler

Am Donnerstag gibt es den nationalen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest – die Münchnerin MarieMarie hofft, Deutschland in Dänemark vertreten zu können.

 

Nach Lenas Triumph beim Eurovision Song Contest (ESC) im Jahr 2010 gab es für deutsche Teilnehmer beim traditionsreichen Gesangswettbewerb nichts mehr zu feiern. Damit es beim diesjährigen Finale in Kopenhagen (10. Mai) besser läuft, setzt die ARD auf Demokratie: Per Telefon und SMS entscheiden allein die Zuschauer, wer von den 8 ausgewählten Kandidaten des deutschen Vorentscheids das Ticket nach Kopenhagen löst. Im vergangenen Jahr waren die Publikumssieger LaBrassBanda von einer Fachjury hinter den Discoschmarrn Cascada gestuft worden, die dann folgerichtig katastrophal in Malmö scheiterte (Rang 21). Dieses Jahr stellt sich die Münchnerin MarieMarie der Konkurrenz um den großen Favoriten Unheilig, die Rock’nRoller The Baseballs, Elaiza, das gezeichnete Ich, Oceana, Santiano und Madeline Juno. Barbara Schöneberger moderiert die zweistündige Show.

MarieMarie begann schon mit drei Jahren das Harfenspiel, ihre Musik ist ein sehr eigenständiger Electropop.

AZ: MarieMarie, haben Sie sich schon die sieben anderen Konkurrenten angehört?

Ehrlich gesagt, noch nicht. Das ist kein Desinteresse. Ein paar kenne ich sowieso. Es ist einfach gerade viel los, und ich muss mich auf mein Ding konzentrieren. Ich sehe die anderen auch nicht als Konkurrenten, ich freue mich mehr auf eine große Feier. Ich bin der totale Newcomer und versuche, jeden Gedanken an eine Platzierung von mir fern zu halten. Weil ich sonst so wahnsinnig nervös werde. Ich kann nur machen, was ich kann.

Wie kamen Sie überhaupt zum ESC?

Ich habe mit der Plattenfirma gesprochen, ob ich mich da bewerben sollte, die fanden die Idee cool. Dann haben wir es versucht. Ich war gerade in der Studioproduktion für eine Bonus-CD, das erste Mal, dass ich das wirklich alles selbst gemacht habe, und wir waren tierisch unter Zeitdruck. Und dann ging die Tür auf und jemand sagte: „Übrigens, du bist beim ESC dabei.“ Im ersten Moment konnte ich das gar nicht fassen. Und später ist mir erst klar geworden, was das eigentlich für ein Riesenevent ist. Jetzt freue ich mich total drauf.

Glauben Sie an den Sieg?

Ja, sonst würde man ja gar nicht erst mitmachen. Aber ich brauche natürlich alle Stimmen aus Bayern.

LaBrassBanda gewann zwar im letzten Jahr nicht, wurde aber Sieger der Herzen. Wäre das auch eine Option?

Mal sehen. Ich bemühe mich einfach, entspannt zu sein und konzentriere mich auf die Aufgaben, die noch anstehen, beispielsweise das Outfit.

Die Optik ist ja auch wichtig – da haben Sie ja einen hohen Wiedererkennungswert.

Ich möchte aber nicht, dass alles so durchgestylt und durchchoreografiert wirkt, da stehe ich gar nicht drauf. Es muss unbedingt auch Platz für Natürlichkeit sein. Ich mache ja keinen Schlager.

Denken Sie jetzt: Der Donnerstag ist der Tag, an dem sich meine Karriere entscheidet?

Nein, gar nicht. Sollte ich wirklich Deutschland in Dänemark vertreten dürfen, dann wäre das wahrscheinlich schon ein Riesenschub. Aber ich mache jetzt nicht meine musikalische Entwicklung und Karriere allein an dem Ergebnis dieses Vorentscheids fest. Das wäre ja schrecklich.

Haben Sie den Wettbewerb in den letzten Jahren überhaupt verfolgt?

Meine Geschichte mit dem ESC ist eine wahnsinnig kurze. Ich bin komplett ohne Eurovision Song Contest oder Grand Prix aufgewachsen. Ich habe da schon mal von gehört, das war aber nicht auf meinem Radar. Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich die Vorauswahl, als Lena Meyer- Landrut angetreten ist. Seitdem schaue ich mir auch in der Mediathek ausgewählte, einzelne Auftritte vom Finale an. Und Lenas Gewinn habe ich dann auch im Fernsehen verfolgt. Das war schon riesig.

ARD, Donnerstag, 20.15 Uhr; MarieMarie spielt ihr nächstes Münchner Konzert am 20. März im Ampere (Muffatwerk)

 

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