Vorbild "Breaking Bad" Dealer vor Gericht: Sie stellten Ecstasy selbst her

Die beiden Angeklagten mit ihren drei Verteidigern. Foto: jot

Zwei junge Männer haben mit den Tabletten ihren eigenen Konsum finanzieren wollen.

München - In Eigenregie chemische Drogen herzustellen, dass haben sich Hans K. (22, Namen geändert) und Peter F. (24) vielleicht bei der US-amerikanischen Kult-Serie "Breaking Bad" abgeschaut. Doch die Idee, so schnell an Geld zu kommen, führte in die Sackgasse, besser gesagt auf die Anklagebank des Landgerichts.

Laut Anklage hatten die Angeklagten im Großraum Dachau zwischen April 2015 und März 2016 einen schwunghaften Handel mit selbstproduzierten Ecstasytabletten betrieben.

Eine Verbindung zwischen den beiden jungen Dachauern und Walter White, dem Anti-Helden der Serie, gibt es tatsächlich. Eine der Tabletten aus eigener Produktion sollte "Heisenberg" heißen. Der dafür notwendige Stempel für ihre Tablettenpressmaschine lag bereit. "Heisenberg" – nach dem Physiker Werner Heisenberg – war in der Serie ein Pseudonym von Walter White.

Ihre Tabletten waren wertlos

Doch im Gegensatz zum Chemielehrer White stellten sich die jungen Männer bei der Produktion ihrer Drogen-Ware zunächst recht dilettantisch an. Irrtümlicherweise hatten sie weißes Pulver im Netz bestellt und versucht, dieses mit Lebensmittelfarbe zu färben. Doch die Tabletten färbten danach ab. Und waren damit für den Markt wertlos, erklärt Anwalt Roland Autenrieth.

Einen Teil der Vorwürfe geben die beiden über ihre Anwälte zu. Man wollte den eigenen Drogenkonsum mit dem Tablettenverkauf finanzieren. Widerspruch gibt es aber unter anderem bei den Mengenangaben der hergestellten Drogen. Es sollen wesentlich weniger Tabletten gewesen sein als in der Anklage steht. In einem zusätzlichen Anklage-Punkt wird dem 24-Jährigen außerdem vorgeworfen, den Namen eines weiteren Mittäters zu verschweigen. Das sei Strafvereitelung gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die vorbestraften Männer weiter in großem Stil Tabletten produzieren wollten. Der Grund: Über 20 Kilo Cellulose, ein Streckmittel, wurden von den Ermittlern bei einer Durchsuchung am 7. März 2016 in der Dachauer Wohnung der beiden gefunden. Nur diese Durchsuchung habe demnach verhindert, dass die Drogen in eine verkaufsfertige Form gepresst wurde.

Nachfragen wollen beide Angeklagte nicht beantworten. Auch ein Rechtsgespräch bringt keine Einigung zwischen den Prozessbeteiligten. So bleibt für Richterin Regina Holstein und ihre Strafkammer zunächst einiges im Dunkeln. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

 

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