Vor zweitem Playoff-Spiel FC Bayern Basketball: Die Achterbahnfahrer

Rebounds waren eine der großen Schwächen der Bayern um Robin Benzing (r.) im ersten Halbfinalspiel gegen Alba Berlin. Foto: imago

Am Donnerstag empfangen die Basketballer des FC Bayern nach der 55:81-Demütigung durch Alba im zweiten Halbfinalspiel die Berliner daheim. Eine Revanche ist auch eine Frage des Charakters.

München - Auf und nieder, immer wieder... Die Achterbahnfahrer sind wieder da. Schon die gesamte Saison sind Bayerns Basketballer ein Muster an Inkonstanz. Im ersten Halbfinalspiel gegen Alba Berlin zeigten sie sich von ihrer schlechtesten Seite, wurden beim 55:81 regelrecht deklassiert.

Jetzt steht der Meister in der Best-of-five-Serie am Donnerstag (19.30 Uhr) im Audi Dome in Spiel 2 bereits mit dem Rücken zur Wand. „Meine Spieler scheinen das Basketball-ABC verlernt zu haben“, polterte Trainer Svetislav Pesic nach der Demütigung in Berlin.

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Treffsicherheit: Mit fast 90 Punkten pro Spiel war Bayern das beste Offensivteam der Liga, gegen Alba war davon nichts zu sehen: 55 Punkte – die schlechteste Ausbeute der Saison. Die Bayern trafen unter 40 Prozent ihrer Würfe. Wie so oft in dieser Bayern-Saison ein Problem: die Dreipunktwürfe. Aus der Distanz strahlte der Titelverteidiger null Gefahr aus, drei Treffer standen 14 Fehlwürfen von der Dreierlinie gegenüber.

Offensivoptionen: Wegen Bayerns katastrophaler Dreierquote konnte Alba sich auf die Verteidigung am Korb konzentrieren. Alba stellte die Passwege nahezu perfekt zu, so dass der FCB den Ball in die Zone bekam und dort nicht wie gewohnt punkten konnte. Beispiel: Der komplett abgemeldete John Bryant. Sonst Punktegarant, nahm er nur vier Würfe, von denen er nur einen traf. Alba war dagegen aus jeder Lage gefährlich, ob am Korb durch Jamel McLean, aus der Mitteldistanz durch Reggie Redding oder von der Dreierline durch Nils Giffey. Die drei Berliner punkteten zweistellig, das schafften bei Bayern nur Nihad Djedovic und Vladimir Stimac – die einzigen mit Normalform. Bei Alba strahlte das ganze Team Korbgefahr aus, bei den Bayern fast niemand.

Rebounds: „Alba hat vor allem dank seiner Offensiv-Rebounds dominiert“, sagte Pesic. Zwölf davon ließen die Bayern zu. Zwei Beispiele aus dem zweiten Viertel: Eine Minute nach Beginn des zweiten Abschnitts sicherten sich die Berliner zwei Offensivrebounds in Folge und trafen mit der dritten Wurfchance per Dreier, eine Minute vor der Pause passierte das noch einmal. Solche Momente bleiben beiden Teams im Kopf.

Charakter: Die Einstellung war eines der grundlegenden Probleme in Berlin. „Alba war immer unser größter Rivale“, sagte Bryant vor dem Spiel. „Für diese Playoff-Atmosphäre lebst du als Spieler. Das gibt dir extra Motivation.“ Auf Berliner Seite war das zu beobachten. Die bissigen Berliner stahlen den Bayern acht Mal den Ball – purer Wille! „Unser Energielevel war nicht auf dem Niveau, wie es gegen Alba sein muss“, musste Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic in der Halbzeitpause einräumen.

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Nach der starken Leistung gegen Frankfurt spielten in Berlin wieder die Schlendrian-Bayern. Keine Dreier, keine Rebounds, kein Kampf – so haben es die Bayern dem Gegner in dieser Saison schon oft leicht gemacht. Zu oft zu leicht. Doch die Inkonstanz ist auch der Hoffnungsschimmer für Donnerstag: Nach derben Klatschen präsentierten die Bayern sich oft ganz anders.

 

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