Vor Schulz-Besuch Bayerische SPD-Chefin wirbt für Koalitionsverhandlungen

Natascha Kohnen setzt sich für eine Neuauflage der Großen Koalition ein. Foto: Peter Kneffel/dpa

Vor dem Besuch von SPD-Chef Martin Schulz in Bayern hat sich die bayerische SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union ausgesprochen.

Berlin - "Die Sondierungsgespräche haben dazu gedient, überhaupt mal abzutasten: Geht da was in den großen Punkten", sagte Kohnen am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Inzwischen sei sie zu dem Schluss gekommen, dass eine mögliche neue große Koalition weiter verhandelt werden sollte.

SPD-Chef Schulz will am Mittwoch bei den Sozialdemokraten in Bayern um Zustimmung zu Koalitionsverhandlungen werben. Dazu nimmt er an der Winterklausur der Landtagsfraktion im schwäbischen Kloster Irsee teil. Die Stimmung innerhalb ihres Landesverbands sei nachdenklich, sagte Kohnen. "Ich merke, dass immer mehr Mitglieder, je tiefer sie in das Papier gehen, mehr und mehr für sich herausfinden, dass es vielleicht doch Sinn machen könnte." Es gebe aber auch "etliche Stimmen", die eine neue GroKo komplett ablehnen.

"Ich verstehe die Skepsis gegenüber Schwarz-Rot"

Union und SPD hatten am Freitag die Ergebnisse ihrer Sondierungsgespräche vorgestellt. Am Sonntag soll ein SPD-Bundesparteitag in Bonn entscheiden, ob die SPD in Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU einsteigt oder nicht. Der Landesverband Bayern stellt dabei 78 der 600 Delegierten.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich optimistisch, dass es eine Mehrheit für weitere Gespräche geben werde. "Ich erlebe auch, dass durch die Diskussion viele Skeptiker noch einmal neu nachdenken", sagte Klingbeil "Zeit Online". "Ich verstehe die Skepsis gegenüber Schwarz-Rot. Aber wir müssen cool bleiben."

Auch der Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion, Matthias Miersch, warb am Mittwoch für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen, damit anschließend alle SPD-Mitglieder über die Ergebnisse abstimmen können. "Das kann eine Brücke zwischen Befürwortern und Gegnern sein", sagte Miersch im Deutschlandfunk mit Blick auf die parteiinternen Diskussionen.

 

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