Vor Gericht Prozess um sexuellen Missbrauch neu aufgerollt

Der Prozess um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer Profi-Handballerin durch ihren Vater wird seit Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth neu aufgerollt worden.

 

Nürnberg –  Die junge Frau wirft dem 48-Jährigen vor, sie als Kind und Jugendliche mehrmals missbraucht zu haben.

Der Ingenieur war vom Amtsgericht Erlangen und auch vom Landgericht Nürnberg-Fürth bereits schuldig gesprochen worden und von beiden Instanzen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Verteidigung legte jedoch erfolgreich Revision ein, der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts verwies den Fall zurück an eine andere Strafkammer des Landgerichts.

Hintergrund ist ein Gutachten, das die Glaubwürdigkeit der Aussagen der Frau in Zweifel zieht. Das Gericht habe nicht ausreichend begründet, warum es dieses Gutachten im Urteilsspruch nicht berücksichtigt hatte, betonte der Strafsenat. Die 24-Jährige kam am Montag nicht zur Verhandlung. Ihre Anwältin sagte, die junge Frau sei sehr angespannt und traumatisiert.

Um dem Vater nicht erneut vor Gericht begegnen zu müssen, mache sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch – das bedeute jedoch nicht, dass sie als mutmaßliches Opfer die Vorwürfe zurücknimmt. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht erneut seine Unschuld. Er hatte auch schon zuvor erklärt, die Anschuldigungen seien ein Rachefeldzug der Tochter, weil er vor einigen Jahren die Familie verlassen hatte. Ein Urteil wird bereits an diesem Dienstag (19. April) erwartet.

 

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