Vor Gericht Hochzeit wird zum Blutbad

Vor Gericht: Nikola V. soll mit einem abgebrochenen Glas zugestochen haben. Foto: Daniel von Loeper

Er fühlte sich auf der Hochzeitsfeier schlecht bedient, da ging Mikica K. auf die Kellnerin los: Der Beginn einer Massenschlägerei.

 

MÜNCHEN/TAUFKIRCHEN Er selbst wollte gestern lieber nichts zur Sache sagen. Stattdessen ließ Mikica K. (44) vor dem Münchner Schwurgericht seinen Anwalt Peter Witting reden. Sein Mandant habe sich auf der Hochzeitsfeier im Taufkirchener Ritter-Hilprand-Hof „schlecht bedient gefühlt” – deshalb sei er wütend geworden.

Die Folgen waren einigermaßen verheerend, und das ist noch eher gelinde ausgedrückt: Sieben Kellner und Köche wurden bei der Massenschlägerei, die Mikica K. am 23. Mai vergangenen Jahres ausgelöst hatte, zum Teil schwer verletzt. Der Wirt Luis B. musste per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden, um sein Leben zu retten.

Mikica K. muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Seine zwei Spezl Dragan (33) und Nikola V. (59), die gemeinsam mit anderen Hochzeitsgästen auf das Personal und den Wirt losgegangen waren, sogar wegen versuchten Mordes.
Was am Nachmittag mit der Beschwerde über einen angeblich sauren Kaffee begonnen hatte, fand am Abend seine blutige Fortsetzung. Weil dieselbe Kellnerin beim Decken des Tisches einen Teller vergessen hatte, wurde Mikica K. erneut ausfällig. „Du bist zu dumm. Du bist die Dümmste hier. Du blöde F...”, schrie er. Die Frau verbat sich dies. Da ging K. laut Anklage auf sie los, würgte die Bedienung und zog sie an den Haaren.

Die Situation eskalierte: Kellner und Wirt wollten helfen, wurden geschlagen, flüchteten in die Küche und alarmierten die Polizei. Auch der Veranstalter der Hochzeit konnte die erbosten Gäste nicht mehr beruhigen.

Stattdessen drangen Dragan V. und sein Vater in die Küche ein. Nikola V. schlug angeblich sein Glas entzwei und stach mit dem abgebrochenen Glas einem Kellner in den Rücken. Gemeinsam mit seinem Sohn traktierte er dann den Wirt, der eine klaffende Wunde im Gesicht davon trug.

Der Prozess wird fortgesetzt. Sicher ist schon: Traumhochzeiten gehen anders.

 

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