Michael Wolf im AZ-Interview Der Leit-Wolf und die Gier nach neuen Titeln

, aktualisiert am 07.09.2017 - 13:37 Uhr
Michael Wolf, hier auf der Meisterfeier des EHC im April auf dem Nockherberg. Foto: dpa

Morgen startet der EHC Red Bull in die DEL-Saison. In der AZ spricht Kapitän Michael Wolf über die gute Frühform des Teams, Neuzugänge und Erfolgstrainer Don Jackson: "Als Mensch ist er überragend".

 

AZ: Herr Wolf, morgen beginnt die neue DEL-Saison. Wie sehr kribbelt es auch bei einem Eishockey-Routinier wie Ihnen noch vor Saisonbeginn?
Michael Wolf: Ich freue mich natürlich, dass die Vorbereitung vorbei ist, wobei unsere Vorbereitung ohnehin nicht allzu lange war – wir spielen ja schon seit zwei Wochen Champions League. Jetzt freuen wir uns, dass es losgeht und wollen uns aufs Neue beweisen.

Die Pause war lang. Wie haben Sie den Sommer verbracht?
Erstmal die kleinen Wehwechen auskuriert, die man nach so einer langen Saison hat. Dann habe ich mit der Familie Urlaub in Abu Dhabi gemacht, wir haben viel gebadet und die Sonne genossen, das hat vor allem meinen Kindern Spaß gemacht. Die waren froh, dass der Papa mal ein bisschen mehr Zeit für sie hatte als unter der Saison. Und dann habe ich bald wieder mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen.

Der EHC Red Bull München hat in der Champions Hockey League mit vier Siegen in vier Spielen überzeugt. Hätten Sie gedacht, dass der Einzug ins Achtelfinale so schnell, so souverän gelingt?
Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben, das wollten wir zeigen. Die letzten Jahre haben wir immer ganz ordentlich gespielt, sind aber in der ersten K.o.-Runde jeweils ausgeschieden. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind für die neue Saison. Jetzt wollen wir alles daran setzen, noch weiter zu kommen.

Und in der DEL kann das Ziel nur lauten, den dritten Meistertitel in Folge einzufahren?
Natürlich. Wenn man in den vergangenen beiden Jahren Meister war, gehört man wieder zum Favoritenkreis. Wir wollen den Titel verteidigen, aber es wird nicht einfach.

Was macht den EHC so stark? In den vergangenen Jahren hatte man den Eindruck, das Team kann jederzeit eine Schippe drauflegen, wenn es eng wird...
Das Gesamtpaket macht uns so stark. Wir haben sehr, sehr gute Spieler – nicht nur ein oder zwei, sondern eben die ganze Mannschaft –, die alle an einem Strang ziehen. Wir haben einen super Trainerstab und ein super Umfeld. In München passt alles zusammen, und das spiegelt sich auf dem Eis wider.

Haben Sie Angst, dass nach all den Erfolgen eine gewisse Selbstzufriedenheit in der Mannschaft einkehrt?
Grundsätzlich geht es im Sport nie nur bergauf, es gibt immer Aufs und Abs. Wir müssen als Mannschaft daran arbeiten, dass wir uns immer weiter entwickeln wollen, dass wir nie satt sind. Momentan sehe ich da kein Problem, die Mannschaft will immer weiter gewinnen. Das stimmt mich sehr positiv.

Welche Teams sehen Sie als Hauptkonkurrenten um die Meisterschaft?
Es gibt sehr viele gute Teams in der Liga: Mannheim, Nürnberg, Köln, Wolfsburg, auch Berlin hat wieder aufgerüstet, war jahrelang das Nonplusultra in der Liga. Wir müssen auf uns schauen, unsere Spiele gewinnen.

Mit Ryan Button, Markus Lauridsen und Patrick Hager gibt es nur drei Neuzugänge im Team. Welchen Eindruck haben Sie bisher von den drei Neuen?
Grundsätzlich ist es sehr, sehr gut, wenn man nicht so viele Spieler wechseln muss und ein erfolgreiches Team zusammenhalten kann. Patrick Hager ist einer der besten deutschen Center, ein sehr kompletter Spieler, an dem wir viel Freude haben werden. Er kann uns in allen Bereichen helfen, offensiv wie defensiv. Mit Hager und Dominik Kahun haben wir so ziemlich die besten deutschen Mittelstürmer der Liga im Team, da gibt es nicht viel Besseres. Die beiden Verteidiger, Lauridsen und Button, sind sich von der Spielweise her ähnlich, sie sind beide läuferisch sehr stark, was gut in unser System passt. Sie sind eher ruhige Zeitgenossen und haben sich schon gut eingewöhnt.

Sie haben vorher Don Jackson als Erfolgsfaktor angesprochen. Er ist mit sieben Meistertiteln der erfolgreichste Coach der DEL. Was zeichnet ihn aus?
Er hat zum einen ein super System, das er seit Jahren durchzieht. Das macht es für uns einfacher, weil wir wissen, was er will. Zum anderen hat er ein tolles Gespür dafür, wie er jeden einzelnen Spieler anfassen muss. Das ist beim einen ein bisschen härter, beim anderen ein bisschen lockerer. Als Mensch ist er überragend.

Nach außen hin wirkt er immer recht ruhig, haut er intern auch mal auf den Tisch?
Ich habe viele Trainer gehabt, er ist schon einer der ruhigeren. Aber natürlich kann er auch lauter werden. Wir als Mannschaft versuchen, ihm dafür einfach keinen Grund zu geben.

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