Vor der Europameisterschaft Hierarchie in der DFB-Elf: Wer ist hier der Boss?

Der Chef und sein Anführer auf dem Platz: Joachim Löw (l.) und Kapitän Bastian Schweinsteiger. Klicken Sie sich in der Bilderstrecke durch die hierarchischen Verhältnisse in der DFB-Elf. Foto: dpa

Kapitän Bastian Schweinsteiger ist der erste Ansprechpartner für Joachim Löw. "Er hat die größte Erfahrung", sagt der Bundestrainer. Wie es dahinter in der Hierarchie aussieht: Die AZ-Übersicht.

 

Évian - Bastian Schweinsteiger war der Erste, der am Dienstagnachmittag den Ernst der Lage und damit die Schwere der Verletzung von Antonio Rüdiger erkannt hatte. Schnell rief der 31-Jährige das Ärzte-Team auf den Trainingsplatz von Évian. Nach der ersten Einheit bedankte er sich via Stadion-Mikrofon bei den französischen Fans: "Merci beaucoup. Au revoir!"

Er ist der Boss. Das zeigt Schweinsteiger, das strahlt Schweinsteiger aus. Es ist sein siebtes großes Turnier seit der EM 2004. Zum ersten Mal ist Philipp Lahm nicht dabei, zum ersten Mal ist Schweinsteiger Kapitän und nicht nur "Emotional Leader". Solche Kunstbegriffe hat er nicht mehr nötig. Frankreich soll sein Turnier werden. Am 10. Juli will der Ex-Bayer als erster den EM-Pokal im "Stade de France" von Saint-Denis in den Händen halten.

"Bastian und ich arbeiten jetzt zwölf Jahre zusammen, er war Vize unter Lahm. Er ist jetzt Kapitän, hat die größte Erfahrung. Er ist für mich der Ansprechpartner", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in Évian. Schweinsteiger spricht viel, vor allem mit den unerfahrenen Spielern. "Auf dem Trainingsplatz, wenn wir gewisse Übungen machen. Oder im Hotel, wenn wir einen Kaffee trinken. Besonders auch vor den Spielen", sagt er und weiß: "Man muss die gewisse Balance finden zwischen Seriosität und Zielstrebigkeit."

Wer gibt sonst den Ton an im DFB-Team, zwei Jahre nach dem WM-Titel in Brasilien und dem Rücktritt von Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker? Wer ist hier der Boss? Wer hat Macht und Einfluss? Eine Übersicht:

Die Vize-Kapitäne

Torhüter Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Sami Khedira. Da Schweinsteiger im Auftaktspiel am Sonntag in Lille gegen die Ukraine noch kein Kandidat für die Startelf ist, wird einer aus dem Trio das Kapitänsamt übernehmen. Löw hat sich schon entschieden, will es aber erst der Mannschaft mitteilen.

Der Spielerrat

Neben dem Vize-Trio sind Mats Hummels, Toni Kroos und Thomas Müller ebenfalls im Kreise der Entscheider. "Alle sechs sind Spieler, die in der Achse spielen und in der Hierarchie ganz oben angesiedelt sind", erklärte Löw, "sie haben sich nach der WM hervorragend entwickelt. Sie sind alle in der Lage Verantwortung zu übernehmen, können andere Spieler führen. Sie schauen für andere, für die gesamte Mannschaft. Wie kann ich helfen? Was kann ich tun, damit sie sich entwickeln? Sie sagen ihre Meinung, haben gegenüber den anderen Spielern ein sehr gutes Standing."

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Die Weltmeister mit Erfahrung

Mesut Özil, Lukas Podolski, Mario Götze, Benedikt Höwedes und Oldie-Stürmer Mario Gomez (30), der zwar nicht Weltmeister wurde, aber von 2008 bis 2012 an drei Turnieren teilnahm. Bis auf Poldi in der Vorrunde allesamt Kandidaten für die A-Elf.

Die Hiwi-Weltmeister

André Schürrle, Shkodran Mustafi und Julian Draxler, die wie in Brasilien auch diesmal eher Ergänzungsspieler sein dürften.

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Die fortgeschrittenen Azubis

Jonas Hector (DFB-Debüt 2014) und Emre Can (2015) sind etwas länger dabei, der Kölner Hector ist auf der linken Abwehrseite gesetzt. Zu dieser Gruppe gehört auch Ersatzkeeper Marc-André ter Stegen, der immerhin zwei Jahre beim FC Barcelona hinter sich hat.

Die Bubis

Joshua Kimmich (21), Julian Weigl (20), Leroy Sané (20), der nachnominierte Jonathan Tah (20) und Ersatztorhüter Bernd Leno (24) kommen zusammen auf gerade einmal sieben Länderspiele.

Nun muss sich das Team finden. "Wir haben hier unglaublich viele gute junge Spieler", sagt Schweinsteiger, "aber die müssen erst einmal ihre Erfahrungen machen. Und die Spieler, die Erfahrung haben, müssen diese weitergeben. Da sehe ich eine gute Entwicklung."

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