Vor den Aufstiegsspielen Die AZ im Reich der Löwen-Bubis

Hereinspaziert: Die U-21-Löwen haben ihre Kabine für die Abendzeitung geöffnet. Foto: Petra Schramek

Am Mittwoch steht für die U 21 des TSV 1860 das erste Relegationsspiel in Elversberg für den Drittliga-Aufstieg auf dem Programm. Davor zeigt Keeper Eicher die Kabine der Nachwuchstruppe

 

München - Wer sich der Kabine der U21 der Löwen auf dem Trainingsgelände des TSV 1860 nähert, glaubt, dass er direkt auf eine Großraumdisko zusteuert. Der Bass ist unüberhörbar. In der Kabine angekommen, versteht man dann auch sein eigenes Wort kaum noch mehr. „Wir hören hier drin immer laute Musik – vor und nach dem Training oder eben Spiel. Das motiviert einfach”, erklärt Torwart Vitus Eicher breit grinsend. Auch vor dem Relegations-Hinspiel gegen Elversberg am Mittwoch werden die kleinen Löwen sich mit Musik aufputschen. „Wir sind ja noch eine junge Mannschaft, deswegen läuft bei uns meistens Hip Hop oder R’n’B. Ivan Knezevic ist unser DJ, der legt die Mucke immer auf”, verrät Außenverteidiger Kodjovi „Nono” Koussou, der beim letzten Saisonspiel der Profis gegen den VfR Aalen sogar sein Debüt in der Zweiten Liga gab.

Vor den zwei Relegationsspielen, die über den Aufstieg in die Dritte Liga entscheiden, haben Eicher und Koussou der AZ das Heiligtum der Mannschaft gezeigt, die Kabine. „So einen richtigen Wortführer in der Kabine gibt es eigentlich nicht. Es traut sich jeder von uns, was zu sagen”, sagt Eicher. Doch auf einen hören sie alle ganz besonders: Necat Aygün, der im Januar von den Profis zu der U 21 geschickt wurde. „Der Necat ist so etwas wie der Papa. Was er sagt, ist Gesetz”, verrät Koussou. „Er ist einfach ein unheimlich positiver Typ, der jedem jungen Spieler mit Rat und Tat zur Seite steht. Necat ist eine große Verstärkung für uns.” Und wer sind die Heißmacher? „Ganz klar: Vitus und Manuel Bühler. Sie sind die Leader, sie peitschen uns in der Kabine immer nochmal mit ihren Ansprachen nach vorne”, sagt Koussou.

Doch was wäre eine Fußballmannschaft ohne Kabinenstreiche? Vor einigen Wochen haben die Löwen den Spind eines Spielers komplett mit Tape-Band zugeklebt, so dass derjenige nicht mehr an seine Klamotten kam. „Ich weiß echt nicht mehr, wer das war, weil wir uns gegenseitig so viele Streiche spielen. Aber das war schon sehr lustig”, sagt Koussou. „Da ist auch niemand böse. Unsere Mannschaft ist vom Charakter her einfach super”, sagt er weiter. Da wird sogar auch mal ganz generös über unerlaubtes Handyklingeln im Videoanalyse-Zimmer hinweg gesehen – Glück für Ola Kamara, dem genau das erst kürzlich passiert ist. Und auch den Kraftraum dürfen die Löwen-Bubis, die von Markus von Ahlen trainiert werden, in diesen Tagen auch mal unbenutzt lassen. „Wir werden das Pensum jetzt ein wenig runterfahren und mehr regenerieren, damit wir für die Relegationsspiele richtig fit sind”, sagt Koussou.
Auch beim Essen steht im kleinen Aufenthalts- und Speisesaal eine Änderung an: Statt der sonst so beliebten Pizza gibt es ab sofort fast nur noch Pasta. Schlusswort Koussou: „Ich bin für die Relegation sehr optimistisch, Elversberg ist absolut schlagbar. Sie sind zwar etwas erfahrener, aber wir sind jung und unbekümmert.”

 

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