Vor dem Pokalfinale Schweinsteiger: Zwischen Quakenbrück und Chelsea

Wie sich Bastian Schweinsteiger vor dem Pokalfinale gegen Dortmund ablenken will

 

MÜNCHEN Gibt es am Samstag gegen die Dortmunder eine Verlängerung, dauert das Finale für Bastian Schweinsteiger länger als seine gesamte persönliche Pokal-Saison. 107 Minuten hat der 27-Jährige bisher absolviert. Beim 3:0 im August in Braunschweig spielte er über die volle Distanz, im Februar in Stuttgart (2:0) humpelte er nach 17 Minuten in die Kabine. Der Außenbandriss im Sprunggelenk macht ihm heute noch zu schaffen, „nicht im Spiel, da kann ich es ausblenden”, sagte er, „aber in den Tagen danach hab’ ich Probleme.”

Ein Sieg fehlt ihm zum Rekord, zum Pokalsiegerrekordkicker – auf einer Stufe mit Oliver Kahn. Der Ex-Torhüter, früher Schweinsteigers Kabinennachbar und Mentor, hat den Pott sechs Mal gewonnen. Und? Schon durcheinander gekommen mit all den Titeln? „Nein, ich kann es mir schon merken”, sagte er. 2003 gegen Lautern (3:1) stand er, damals 18 Jahre jung, nicht auf dem Platz, auch 2006 beim 1:0 gegen Frankfurt nicht. Dafür 2005 beim 2:1 gegen Schalke, beim 2:1 gegen Dortmund (2008) und vor zwei Jahren beim 4:0 gegen Bremen. Und nun? Immer noch hungrig? „Es wird immer mehr.”

Und doch ist Dortmund nur ein Vorspiel sieben Tage vor dem Spiel der Spiele gegen den FC Chelsea im Champions-League-Finale. Dagegen wehrt sich Schweinsteiger. „Es ist das Duell des Ersten gegen den Zweiten der Saison, ein absolutes Topspiel. Es geht um einen Titel. Wir werden alles dafür tun. Alles!” Weil es eben auch um das gute Gefühl geht. Siegen beflügelt. Schweinsteiger glaubt: „Es ist keine Garantie, dass du das Champions-League-Finale dann gewinnst, aber du würdest Schwung mitnehmen.” Für Chelsea.

Doch vor Chelsea kommt Berlin. Und vor Berlin erstmal Quakenbrück – für die Bayern-Basketballer. Nach Uli Hoeneß ist Bastian Schweinsteiger deren größter Fan. Am Samstag (14 Uhr/Sport1 live) geht es nach der Heimpleite mit Spiel drei der Best-of-Five-Serie (Stand 1:1) in Quakenbrück weiter. Für den Fußballer in den Stunden vor dem eigenen Auftritt eine willkommene Abwechslung im Hotelzimmer. „Ich werde mal kurz reingucken”, sagte Schweinsteiger, der jedoch warnt: „Es wird dort schwieriger als in Spiel eins, da es nun viel emotionaler ist.” Mit seinem Korb-Kumpel Steffen Hamann hat der Hobby-Werfer eine Wette laufen. „Wenn sie ins Halbfinale kommen, haben sie gewonnen.” Was wollte er nicht verraten. Finalkarten für Chelsea? Eher nicht. Denn: Die Wette wurde vor Beginn der Saison abgeschlossen. 

 

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