Vor dem Karriereende Christine Theiss - "die perfekte Karriere"

Ein letztes Posing im Kampfsportzentrum Steko vor dem Kampf: Am Freitagabend wird Christine Theiss zurücktreten. Foto: obs/SAT.1/Michael Wilfling

Christine Theiss steigt  zum letzten Mal in den Ring. Hier spricht Trainer Mladen Steko über die Kickbox-Queen – und verrät Anekdoten: Von ihrer Tollpatschigkeit bis hin zur Tierliebe.

 

MÜNCHEN Christine Theiss ist keine Kickboxerin – Christine Theiss ist Kickboxen: Das Gesicht einer ganzen Sportart. Wenn die 33-Jährige am Freitagabend (23.15 Uhr, live auf Sat1) gegen Olga Stavrova den letzten Kampf ihrer Karriere bestreitet, dann endet auch in ihrem Sport eine Ära. „Christines Fußstapfen sind riesengroß“, sagt Mladen Steko, Theiss’ Trainer, Manager und guter Freund. „Ich gehe davon aus, dass wir erst einmal zu einem kleineren Fernsehsender zurück gehen.“ Das Kickboxen verliert sein populärstes Gesicht – Theiss erlebte im Ring eine bisher beispiellose Laufbahn.

In der AZ spricht Steko über die Kämpferin seines Lebens.

Theiss’ legendäre Tollpatschigkeit: „Was habe ich schon geflucht! Im Ring passt sie auf sich auf. Aber außerhalb? Sie hat sich Kofferraumdeckel auf den Kopf gehauen und ist gegen Straßenschilder gelaufen. In der Vorbereitung auf die Kämpfe macht mich das jedes Mal besonders nervös. Am liebsten würde ich sie bis Freitag in eine Gummizelle sperren!“

Ihre besondere Beziehung zu Tieren: „Jedes Mal, wenn sie in Spanien für Ihre Sendung ,The Biggest Loser’ dreht, findet sie einen neuen Hund. Und sie sucht sich oft die besonderen Schicksale aus: Hunde, die geschlagen oder misshandelt wurden. Sie liebt Tiere.“

Ihr brutalster Fight: „Am 25. Mai 2007 hat Christine zum ersten Mal den WM-Titel gewonnen, in Portugal gegen Rachel Kirkhouse. Schon in der zweiten Runde hat sie einen üblen Cut abbekommen, jeder deutsche Ringarzt hätte den Kampf abgebrochen. Sie war blutüberströmt – aber hat den Kampf erfolgreich zu Ende gebracht.“

Ihre besondere mentale Stärke: „Je härter die Situation wird, desto härter wird sie. Gerade wenn sie von ihren Gegnerinnen provoziert wird. Ania Fucz zum Beispiel hat sie 2012 so richtig gepiekst. Olga Stavrova hingegen stellt sich gerne als Lämmchen dar – damit kam Christine bei Ihrer Niederlage im Juni nicht klar.“

Ihr Weg zum Star: „In ihrer Karriere gab es keine Zweifel, kein einziges Mal. Ihr Umfeld stimmt – die Eltern hatten nie etwas gegen den Kampfsport, ihr Mann Hans stand immer hinter ihr – und ihre Einstellung sowieso. Im Ring ist sie in jedem Kampf besser geworden. Als Medizinerin kennt sie ihren Körper bestens. Und der Kontrast Kickboxerin – Ärztin hat natürlich auch den Medien gefallen. Mit ihr haben wir das Kickboxen auf einen großen TV-Sender gebracht, das war mein Lebenstraum. Sie hat die perfekte Karriere hingelegt.“

 

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