Vor dem Confed Cup Kimmich und Co.: Das sind Löws Azubi-Bosse

Spitzentrio der deutschen Nationalmannschaft: Joshua Kimmich, Lars Stindl und Julian Draxler (von links). Foto: GES/Augenklick, dpa

Julian Draxler, Lars Stindl und Joshua Kimmich sollen die junge deutsche Mannschaft zukünftig anführen. "Ich will vorangehen, Leistung zeigen", sagt der Bayern-Profi.

 

Kopenhagen - Am Mittwochvormittag musste Joshua Kimmich in die Schule. Nein, kein Nachsitzen. Und Unterricht in Sachen Fallrückzieher braucht der Bayern-Profi auch nicht zu nehmen. Der 22-Jährige besuchte die Sankt-Petri-Schule in Kopenhagen, eine Initiative des DFB.

Den rund 100 Schülern der deutsch-dänischen Privatschule stand Kimmich gemeinsam mit den Länderspiel-Debütanten Sandro Wagner und Kevin Trapp in der Turnhalle Rede und Antwort. Zuvor hatte es eine lockere Trainingseinheit gegeben.

Danach hieß es für die Rasselbande: Zapfenstreich bis Mitternacht. Stadtbummel und Sightseeing in Dänemarks Hauptstadt. Auf in den Vergnügungspark Tivoli!

"Eine gute Basis"

Bundestrainer Joachim Löw war so frei und großzügig, weil er nach dem 1:1 in Kopenhagen zufrieden war. "Es war auch für mich überraschend, dass wir es so gut gelöst haben. Die Mannschaft hat harmonisch gewirkt, damit war so nicht zu rechnen", sagte Löw, der sich über "großes Engagement" freute und "eine gute Basis" sieht, "um in den nächsten Wochen zu arbeiten".

Am Samstag in Nürnberg (20:45 Uhr, RTL live) wartet für den Alternativ-Kader in der WM-Qualifikation gegen San Marino eine Pflichtaufgabe, danach steht Confed Cup in Russland (17. Juni bis 2. Juli) an. Obwohl Leroy Sané (Nasen-OP) ausfällt, nominierte Löw am Mittwoch beim Weltverband Fifa nur 22 statt 23 Mann für die Mini-WM.

Die Mannschaft soll sich alleine finden, einen Entwicklungsprozess machen, selbstständig werden. Für eine natürliche Hierarchie sorgt Löw. Vier Bosse hat er für den Sommer 2017 auserwählt. Neben Shkodran Mustafi vom FC Arsenal, der gegen Dänemark wegen einer Gehirnerschütterung geschont wurde, sollen vor allem drei Profis den Ton angeben.

Jogis Azubi-Bosse sind...

Julian Draxler

Nach seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Weltklub Paris St. Germain ist der 23-Jährige gereift. Löw ernannte ihn in Abwesenheit der Weltmeister-Stammspieler von 2014 zum Übergangskapitän. "Julian hat die Mannschaft angetrieben, Verantwortung übernommen und gute Aktionen gehabt", lobte ihn Löw in Kopenhagen und sagte: "Er muss in diese Rolle noch ein wenig reinwachsen. Das ist ein Prozess, der über längere Zeit geht – eine gute Erfahrung für ihn." Als offensiver Mittelfeldspieler soll Draxler das Spiel bestimmen, die Stürmer einsetzen. Bei der WM in Russland dürfte er dann mit Marco Reus um einen Platz in der Stammelf konkurrieren.

Lars Stindl

Der Gladbacher feierte mit 28 Jahren sein DFB-Debüt. Dagegen hat Draxler schon 29 Länderspiele. Dennoch agierte Stindl clever, brachte sich ins Offensivspiel ein. "Er hat es zwischen den Linien gut gemacht", meinte Löw, "war für die Dänen schwer zu greifen." Stindls Hunger ist groß: "Der Confed Cup ist eine schöne Herausforderung für uns alle. Wir haben Appetit auf ein sehr interessantes Turnier."

Joshua Kimmich

Mit seinem Fallrückzieher ("Habe ich zuletzt in der E-Jugend geschafft") sorgte der Bayern-Profi für das 1:1. Löw schätzt ihn als Rechtsverteidiger, dort ist Kimmich beim DFB Stamm. "Wir haben das nicht so schlecht gemacht, spielerisch ganz gute Ansätze gezeigt. Mit der Truppe können wir ganz guten Fußball spielen", meinte der 22-Jährige, der nun 14 Länderspiele hat – 13 am Stück, ohne Fehlminute. Kimmich zur AZ: "Ich versuche das einzubringen, was ich immer einbringen will: Vorangehen, meine Leistung zeigen, mich nicht verstecken, sondern mit Selbstvertrauen in die Spiele gehen, da ich ja schon ein paar bestritten habe." Ein junger Hupfer als alter Hase.

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