Von Mailand bis Oberaudorf 500-Kilometer-Fahrt: Schleuser sperrt Kind (10) in Kofferaum

Das Mädchen und ihr 60-jähriger Vater, der sich ebenfalls im Auto befand, stammen aus Syrien. (Archivbild) Foto: imago

Ein Menschenhändler hat ein zehnjähriges Mädchen während der Autofahrt von Mailand nach Oberaudorf in den Kofferraum gesperrt. Die Polizei entdeckte das Kind zwischen den Gepäckstücken.

 

Oberaudorf - Die Menschenschlepper, die Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Welt nach Deutschland schmuggeln, handeln immer brutaler. Ein Schleuser hat jetzt ein zehn Jahre altes Mädchen auf der 500 Kilometer langen Autofahrt von Mailand nach Oberbayern in den Kofferraum gesperrt.

Das Kind wurde am Sonntag bei Oberaudorf zwischen Gepäckstücken entdeckt, wie die Bundespolizei am Montag mitteilte. Das Mädchen und ihr 60-jähriger Vater, der sich ebenfalls im Auto befand, stammen aus Syrien. Im Wagen waren drei weitere Syrer, die keine Papiere bei sich hatten.

Für die Etappe von Vater und Tochter von Italien in die Niederlande soll ein Hintermann nach ersten Erkenntnissen 1200 Euro verlangt haben. Die Syrer kamen in eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge. Der Schleuser, ein Ägypter, befindet sich in Untersuchungshaft.

Ein anderer Schlepper versuchte auf der A8 den Fahndern der Bundespolizei mit Tempo 200 zu entkommen. Mit Unterstützung von Beamten einer nahen Polizeiinspektion konnte der 33 Jahre alte Fahrer auf der riskanten Flucht schließlich gestoppt werden. Er hatte fünf Palästinenser ohne Papiere im Wagen. Auch der 33-Jährige kam in Haft.

 

0 Kommentare