Von Königen und schönen Frauen 350 Jahre Schloss Nymphenburg

Win wunderbarer Anblick: Das Schloss Nymphenburg. Foto: Ronald Zimmermann

Märchenkönig Ludwig II. wurde dort geboren und sein Großvater hielt seine skandalträchtige Affäre mit Lola Montez im Bild fest. Das Schloss Nymphenburg war immer wieder Schauplatz historischer Ereignisse - und das letzte liegt noch gar nicht so lange zurück.

 

Nymphenburg - Die altehrwürdigen Mauern des Schlosses Nymphenburg haben einiges gesehen: Den Tod und die Geburt von Königen, royale Affären - und George Bush senior. In diesem Jahr feiert Bayern den 350. Jahrestag des Baubeginns für das imposante Barockschloss im Münchner Westen.

Im Jahr 1664 nämlich gaben Kurfürst Ferdinand Maria und seine Frau Henriette Adelaide von Savoyen den Bau in Auftrag. Sie war es nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung auch, die dem Schloss den Namen gab und es liebevoll der Natur, den Nymphen, widmete. Anlass für den Bau des Schlosses war die Geburt von Thronfolger Max Emanuel. 1679 war es in seiner ersten Form nahezu fertiggestellt, doch erst unter Max Emanuel (1679 bis 1726) nahm das Schloss seine heutigen Dimensionen an.

Der Bauplatz war damals, vor 350 Jahren, ein freies Feld, das dank der deutlich langsameren Fortbewegungsmittel rund zwei Stunden von München entfernt war. Heute darf die ehemalige Sommerresidenz der Wittelsbacher auf keiner Stadtrundfahrt fehlen und wird nach Angaben des bayerischen Finanzministeriums pro Jahr von rund 350 000 Gästen aus aller Welt besucht.

Bis 1918 waren das Schloss und seine Anlage im Besitz der Wittelsbacher und traditionell von Mai bis September hielten die bayerischen Herrscher sich in der als Jagdschloss konzipierten Anlage auf, deren weitläufiger Barockgarten keine geringere Residenz als das Schloss Versailles zum Vorbild hatte. Heute ist der Schlosspark auch wegen der vier sogenannten Parkburgen ein Gesamtkunstwerk. Eine davon, die Badenburg, gibt einen Einblick in die höfische Badekultur.

Berühmt ist das Schloss, in dem am 25. August 1845 "Märchenkönig" Ludwig II. geboren wurde, auch für seine "Schönheitsgalerie" im Südpavillon. König Ludwig I. ließ dort eine Reihe von Bildnissen schöner Frauen aufhängen - darunter auch die berüchtigte Geliebte des Königs, Lola Montez.

In der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte ergriffen die Nationalsozialisten von dem Schloss in Hitlers "Hauptstadt der Bewegung" Besitz. Die Autoren Doris Fuchsberger und Albrecht Vorherr schreiben in ihrem Buch "Schloss Nymphenburg unterm Hakenkreuz" von der "Nacht der Amazonen", einer Feier, mit der Münchner Nazi-Größen ihre Macht demonstrieren wollten.

Doch auch in etwas jüngerer Zeit war das Schloss im Fokus des öffentlichen Interesses: Bei den Sommerspielen 1972 fanden vor der Schlosskulisse die Wettbewerbe im Dressurreiten statt. 20 Jahre später, im Jahr 1992, empfing der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im Schloss Nymphenburg die Gäste des Weltwirtschaftsgipfels - darunter Francois Mitterrand, George Bush senior und Boris Jelzin. Im Steinernen Saal, wo einst Ludwig II. getauft wurde, gab es den Aperitif. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) bilanziert am Montag: "In Nymphenburg hat sehr, sehr viel stattgefunden."

 

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