Von Dortmund nach München Vogts kritisiert Hummels: "Kann Wechsel nicht verstehen"

Berti Vogts, Technischer Leiter bei der US-Nationalmannschaft, zum Hummels-Transfer: "Ich hätte es besser gefunden, wenn Hummels in Dortmund geblieben wäre. Wir brauchen starke Mannschaften, die den Bayern Paroli bieten." Foto: dpa/AZ

Der Wechsel von BVB-Kapitän Mats Hummels zum FC Bayern ist wohl der Bundesliga-Transfer dieser Saison schlechthin. Jetzt äußerte sich Berti Vogts zur Sache – und das durchaus kritisch.

 

München - Der ehemalige Münchner kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mats Hummels spielt in der kommenden Saison wieder bei den Bayern – der 27-Jährige wechselte für 38 Millionen Euro vom Ligarivalen Borussia Dortmund an die Isar.

Berti Vogts, der Trainer der deutschen Europameistermannschaft 1996, kritisiert nun den Transfer des Innenverteidigers zum deutschen Rekordmeister. "Aus familiärer Sicht kann ich seinen Wechsel verstehen. Aber Sportlich? Verstehe ich es nicht", sagte Vogts dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Ich habe Angst, dass er bei Bayern nicht die Anerkennung bekommt, die ihm in Dortmund entgegengebracht worden ist. Dort war er Publikumsliebling. Und ob er bald eine Million Euro mehr oder weniger verdient – ist das denn so schlimm?" Vogts weiter: "Ich hätte es besser gefunden, wenn Hummels in Dortmund geblieben wäre. Wir brauchen starke Mannschaften, die den Bayern Paroli bieten."

Einer der ausschlaggebenden Gründe für den Wechsel war nach Hummels eigener Aussage die Familie. Sowohl seine Eltern als auch seine Frau Cathy leben noch immer in München. "Wie gesagt: Familiär kann ich das nachvollziehen. Aber er soll jetzt bitte nicht eine neue sportliche Herausforderung als Grund anführen. Die Herausforderung wäre in Dortmund ganz sicher nicht kleiner", sagte Vogts dazu.

Vogts: Hummels ist ähnlich wie Sammer

Verletzungsbedingt musste Hummels im ersten Gruppenspiel der EM gegen die Ukraine passen. Für die zweite Partie am Donnerstag gegen Polen hat er sich nun aber fit gemeldet. Vogts freut sich auf das nahende Frankreich-Comeback des Innenverteidigers: "Ich mag so einen Spielertyp. Er ist wichtig in Situationen, in denen es eng wird. Spieler, die nicht immer Ja und Amen sagen. [...] Natürlich sind sie für einen Trainer nicht so leicht zu führen wie andere Spieler. Matthias Sammer war ein ähnlicher Typ wie Hummels. Extrem kritisch, sehr hinterfragend, man musste ihn richtig überzeugen. Spieler, die sich so sehr mit Fußball beschäftigen, muss man ausreden lassen. Sie wollen Erfolg haben."

 

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