Von der Nebenfigur zum Filmemacher "Moneyball": So tickt Jonah Hill

Jonah Hill auf der Premiere zu "22 Jump Street" Foto: Greg Allen/Invision/AP

Für viele Kino-Fans kam Jonah Hill mit seiner großartigen Darstellung in "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" wie aus dem Nichts. Zuvor war sein Gesicht lediglich eingefleischten Komödien-Fans bekannt. In der Free-TV-Premiere des Baseball-Dramas zeigt der Schauspieler, warum aus ihm ein Hollywood-Schwergewicht werden könnte.

 

"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" aus dem Jahr 2011 war ein klassisches Brad-Pitt-Vehikel. Doch ausgerechnet der damals übergewichtige Jonah Hill (30) wurde heimlicher Star des Films - als unscheinbarer, jedoch blitzgescheiter Mathe-Nerd. Sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller heimste er für das Drama über ein bankrottes Baseball-Team ein. Am 3. August zeigt ProSieben den Film nun zum ersten Mal im Free TV - Grund genug, um einen näheren Blick auf den Darsteller zu werfen, der sogar einem Brad Pitt die Show stiehlt.

Dass er Schauspieler werden will, wusste Jonah Hill schon im Kindesalter. Mit einer Kostümbildnerin zur Mutter und einem Vater, der lange Zeit Tourmanager für die legendäre Rock-Band Guns N'Roses war, wurde ihm das Showbusiness quasi in die Wiege gelegt. Während seiner College-Zeit in New York schaffte er es, sich mit Dustin Hoffman bekannt zu machen. Hill ergatterte eine Rolle in dem Film "I Heart Huckabees". Das öffnete ihm die Tür für einen kleinen Part in Judd Apatows "Jungfrau (40), männlich, sucht...". Schon war Hill in den magischen Kosmos von Apatows Freundeskreis eingetaucht, der erfolgreiche Comedy-Stars wie Jason Segel, Steve Carell und Seth Rogen einschließt.

Von da an war Jonah Hills Gesicht zumindest Komödien-Fans bekannt. Gefühlt in jedem Film des Apatow-Clans war der Newcomer zu sehen. Ob Jason Segel ein Drehbuch schrieb ("Nie wieder Sex mit der Ex") oder Steve Carell sich an Komödien-Fortsetzungen versuchte ("Evan Allmächtig") - immer war Jonah Hill zumindest in kleinen Rollen mit von der Partie. Auch in den weiteren Regiearbeiten Apatows, von "Beim ersten Mal" bis "Wie das Leben so spielt", fehlte Hill nie.

Der große Durchbruch blieb dennoch aus. Das lag wohl nicht zuletzt an Hills Gewicht. Saftige Rollen für übergewichtige Schauspieler sind in Hollywood mehr als rar. Für die Figur des Yale-Absolventen Peter Brand in "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" war er allerdings wie geschaffen, und dank einer großartigen Darbietung war sein Name endlich einem breiten Publikum bekannt. Die Nominierung für den Oscar war ein Weckruf für Hill. "Diese Art der Anerkennung zu bekommen, bedeutet für mich, dass ich mehr Dramas machen sollte. Ein deutlicheres Zeichen kann es doch gar nicht geben", sagte er der "Los Angeles Times".

Vom Ehrgeiz gepackt speckte Hill rund 20 Kilo ab. In "21 Jump Street" stand er neben Frauenliebling Channing Tatum vor der Kamera und konnte damit seinen ersten Action-Blockbuster verbuchen, dessen Fortsetzung "22 Jump Street" seit Kurzem in den deutschen Kinos läuft. Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street" brachte ihm nicht nur die zweite Oscar-Nominierung ein, sondern öffnete ihm weitere Türen in Hollywood: Zusammen mit seinem Co-Star Leonardo DiCaprio will er zukünftig auch als Produzent im Filmgeschäft mitmischen. Nicht schlecht für einen unscheinbaren Moppel, der einst nur für die Lacher am Rande zuständig war.

 

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