Von Ahlen keine Aushilfslösung Poschner im AZ-Interview: "Namen gewinnen keine Spiele"

Markus von Ahlen und Gerhard Poschner: Ein Gespann mit Zukunft? Foto: imago

Ein halbes Jahr Poschner beim TSV 1860: Im AZ-Interview spricht der Sportdirektor über die Trainerfrage und von Ahlens Chancen.

 

München - Nach dem unglücklichen 0:2 in Aalen dreht sich wieder mal alles um die Trainer-Frage beim TSV 1860. Bleibt Markus von Ahlen Cheftrainer, oder kommt am Ende doch Bernd Schuster?

Der Geschäftsführer Sport nimmt im ersten Teil des großen AZ-Interviews Stellung zur T-Frage.

AZ: Herr Poschner, alles dreht sich beim TSV 1860 um die Trainerfrage. Bleibt Markus von Ahlen Cheftrainer?

GERHARD POSCHNER: Markus hat selbst noch keinen Entschluss gefasst. Die Zeit wollen wir ihm aber geben.

Er weiß also noch nicht, ob er sich selbst zur Verfügung stellen will?

Das ist nicht der Punkt. Markus stellt sich immer zur Verfügung. Nur: Wenn du eine Ehe eingehst, musst du dich erklären und sagen: Ja, ich will. Was ich aber sagen kann: Markus ist unsere Option A. Das heißt, wenn Markus von Ahlen zu Ihnen kommt und sagt „Ja, ich will“... ...dann ist das eine sehr wahrscheinliche Option. Wenn alles so kommt, wie wir uns das gerade denken, werden wir nur noch das bestätigen, was wir ohnehin schon praktizieren.

Kann es sein, dass er zögert, weil er weiß, als Cheftrainer bei Sechzig säße er auf einem heißen Stuhl?

Das kann ich nicht sagen. Aber als Ricardo Moniz beurlaubt worden ist, haben wir uns darauf verständigt, dass wir uns auf die Spiele gegen Fürth und Aalen konzentrieren.

Jetzt haben wir ausreichend Zeit, alles in Ruhe zu besprechen.

Wenn Sie gerade schon Ricardo Moniz ansprechen: Hätte er eigentlich auch gehen müssen, wenn der Treffer von Rubin Okotie in der 90. Minute gegen Sandhausen gezählt hätte und die Löwen das Spiel 1:0 gewonnen hätten?

Schwierige Frage. Es wäre leicht, jetzt zu sagen, wir hätten uns auch dann getrennt. Ob wir es auch in der Praxis so umgesetzt hätten, maße ich mir nicht an zu sagen.

Jetzt warten Sie nur noch darauf, dass sich Markus von Ahlen erklärt?

Es hängt nicht nur davon ab, ob Markus Ja oder Nein sagt. Es hängt davon ab, ob wir beide, der Klub und Markus, das für die beste Lösung halten.

Deswegen ist er auch nur eine „sehr wahrscheinliche“ Option?

Richtig.

Und was, wenn man zum Schluss kommt, dass es nicht passt? Erfüllt dann Bernd Schuster Ihr Anforderungsprofil?

Wenn wir eine Alternative zu Markus installieren, dann müsste dessen Profil gar nicht weit von dem eines Markus von Ahlen abweichen. Das heißt, ein sehr fleißiger, akribischer Arbeiter, der alles intensiv vorbereitet, nachbereitet, analysiert. Im Umgang mit den Spielern ist eine sehr hohe soziale Kompetenz wichtig, gerade bei einer Mannschaft mit vielen neuen Spielern und einem großen Kader, in dem es immer wieder menschliche Härtefälle gibt.

Die Bekanntheit des Namens wird aber definitiv keine Rolle spielen. Namen gewinnen keine Spiele.

Warum wäre Markus von Ahlen der Richtige?

Er hat schon letzte Saison gezeigt, dass er so eine Aufgabe übernehmen kann. Auch was seine Persönlichkeit angeht, hat er sich noch mal weiterentwickelt. Deswegen ist er keinesfalls eine Aushilfslösung.

Wenn Markus von Ahlen Trainer bleibt, dann deshalb, weil wir alle davon überzeugt sind, dass es die beste Lösung für den Verein ist, und nicht, weil es finanziell das Einfachste ist.

Bis wann gibt es denn eine Entscheidung?

Es wird definitiv vor dem Spiel in Aue kommuniziert, wie es weitergeht. Markus könnte aber auch „Nein“ sagen und trotzdem noch Trainer in Aue sein.

Was erwarten Sie vom Gespräch mit von Ahlen?

Ich möchte von Markus eine Analyse haben, wie er grundsätzlich die Situation der Mannschaft sieht, wie er die Weiterentwicklung und welche Chancen er sieht, mit der Mannschaft unsere Ziele zu erreichen.

Das heißt, trotz des schwachen Saisonstarts bleiben die Ziele unverändert?

Ja. Wir wollen unter die ersten Sechs kommen. Wir wollen eine sportliche Entwicklung sehen, die einen Grundstock legt für die Saison danach. Gepaart mit Ergebnissen, die akzeptabel sind für einen Klub wie 1860 München.

In Anbetracht dessen, dass wir zehn neue Spieler geholt haben, von denen jede Woche fünf bis acht auf dem Platz stehen, ist es eine Übergangssaison.

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