Vom Wirtshaus zum Biertempel Im Paulaner am Nockherberg wird das erste Bier gebraut

V. li.: Uli Schindler, Christian Dahncke, Andreas Steinfatt, Christian Schottenhamel und Florian Lechner. Foto: min

Das Wirtshaus soll zum Biertempel werden - mit Aromabar und Sommelier. Jetzt wurde der erste Sud eingebraut.

München - Seit fast 400 Jahren wird am Nockherberg Bier gebraut. Aber noch nie wurde im Wirtshaus gebraut. Bis jetzt. Denn Paulaner hat seinen ersten "Nockherberger"-Sud eingebraut.

1634 wurde erstmals die kleine Brauerei des Paulanerordens in der Falkenstraße urkundlich erwähnt. Heute ist dort die Verwaltung von Paulaner. Am Nockherberg wurde der letzte Sud im November 2015 aufgesetzt, denn Anfang 2016 zog die Brauerei nach Langwied um.

Seit Freitag aber zieht wieder der vertraute Geruch von Maische über den Nockherberg, weil Paulaner erstmals im Wirtshaus braut. Der erste Nockherberger ist ein Helles, das im Drei-Maisch-Verfahren gebraut wird. "Man kann leichter Bier brauen wie mit diesem Verfahren. Aber wir wollen ein weiches, vollmundiges Bier mit einem schönen Schaum", sagt Uli Schindler, Braumeister vom Nockherberg, der vorher im Bräuhaus am Kapuzinerplatz war.

Paulaner will den Nockherberg zum Biertempel machen , so formuliert es Paulaners erster Braumeister, Christian Dahncke. Führungen soll es geben, Sommelierabende, ein Menü, zu dem das passende Bier gereicht wird und eine Aromabar. Da lernen die Interessierten dann, was es für gute und auch schlechte Aromen und Düfte rund ums Bier gibt.

Im Salvator-Keller sitzen die Gäste neben dem Gär- und Lagerkeller. Bis zu 540 Hektoliter kann Paulaner hier lagern. "Wenn im Sommer Biergarten und Saal voll sind, müssen wir uns schon ranhalten mit dem Brauen", sagt Nockherberg-Braumeister Schindler.

Die neuen Nockherberg-Wirte Christian Schottenhamel und Christian Lechner machen sich wenig Sorgen, dass ihre Gäste auf dem Trockenen sitzen werden und loben lieber, dass man am Nockherberg Braukultur erleben kann.

20 Hektoliter fasst das Sudhaus , in dem künftig ein Nockherberger Hell, das Münchner Dunkel Barnabas und Saisonspezialitäten wie der Weizenbock Faustus (beerig soll er werden) zum Faustjahr gebraut werden. Damit all die Bierkessel Platz haben, wurde die Schänke etwas verschlankt und einige Sitzplätze wegrationalisiert.

Aus Aubing kommt weiterhin das Hefe und das Oktoberfestbier und der Salvator. Mit dem Anstich des Letzteren und dem traditionellen Derblecken geht's Ende Februar auf dem Nockherberg endlich wieder los.

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