Vom Sarrazin zum Panda So kam Cro zu seiner Maske

Cro bei einer Veranstaltung in München Foto: ddp images

In ihrem Buch "Easy does it: CRO, die Maske und der ganze Rest" erzählen Psaiko.Dino und Sebastian Andrej Schweizer, von Cros Karrierebeginn. Auch was es mit der Panda-Maske auf sich hat, berichten die beiden.

 

Was Cro (24) anfasst, wird zu Gold: Mit seinen beiden Alben "Raop" (2012) und "Melodie" (2014) landete er auf Platz eins der Charts. Nach seiner ersten Hit-Single "Easy" stand er zuletzt auch mit "Whatever" und "Traum" ganz oben in den Bestenlisten. Cros Erfolgsstory gibt es jetzt auch als Buch: In "Easy does it: CRO, die Maske und der ganze Rest" (Bastei Lübbe, 208 Seiten, 14,99 Euro) schildern sein DJ Psaiko.Dino und Sebastian Andrej Schweizer, einer seiner Labelchefs bei Chimperator, Cros Aufstieg: von den Anfängen in kleinen Clubs über wilde Studio- und Partynächte bis auf die größten Festivalbühnen Europas. Und auch wie Cro zu seiner berühmten Maske kam, verraten die beiden.

Der "Auserwählte"

Cro, der sich anfangs noch Lyr1c nannte, hatte einige Tracks im Internet veröffentlicht, auf die die Jungs von Chimperator aufmerksam wurden. "Kody schrieb eine Rundmail an Niko, Steffen und mich. Er sei überzeugt, dass dieser junge Rapper das nächste große Ding sein würde. Er nannte ihn nur den 'Auserwählten'. Wir mussten den haben", schildert Schweizer in dem Buch. Über die erste Begegnung mit Carlo Waibel, wie Cro eigentlich heißt, schreibt er, er sei gleich auf den ersten Blick irgendwie faszinierend gewesen. "Ein großer sehr, sehr dünner Typ, schüchtern, aber gleichzeitig vorlaut und witzig. Und er sah wirklich unglaublich gut aus."

Die Maske

Ein Geheimnis aus dem neuen Künstler zu machen, schien von Anfang an der Plan gewesen zu sein: Dass über jemanden so wenig bis überhaupt keine Informationen verfügbar waren, sei "irgendwie spannend" gewesen, so Schweizer. Alle Fotos von Cro aus dem Netz wurden gelöscht. Und in Zukunft würden alle Auftritte nur noch mit Maske absolviert werden. Bei ihrem ersten kleinen Club-Auftritt trug Cro dann eine Thilo-Sarrazin-Maske, sein DJ Psaiko eine von Bushido. Schon beim nächsten Auftritt waren die beiden dann aber als Panda und Eisbär unterwegs. Die Masken hatten sie im Netz gefunden, wie Psaiko schildert. Dieser erste Versuch mit den Tier-Masken scheiterte allerdings: "Nach knapp der Hälfte des Intro-Tracks bekam Carlo keine Luft mehr und musste sich das Ding panisch vom Kopf reißen."

Anschließend gab es zum Thema Maske laut Psaiko "soooo viele dumme Ideen": Carlo wurde unter anderem schwarz-rot angemalt wie ein Football-Fan und sie "versuchten ihn zu schminken wie einen Panda. Aber nix sah wirklich geil aus". Irgendwann sei Carlo auf die Idee gekommen, einfach die Panda-Maske zu nehmen. "Die Schnauze verkleinert, die Seiten umgeklappt, ein paar grafische Elemente drauf - zack, da war das Ding. Der Rapper mit der Panda-Maske." Auf das "leidige Thema mit dem umgedrehten Kreuz", dürfe er leider nicht eingehen.

Gottschalk und "Wetten, dass..?"

Schnell interessierten sich auch die Medien für den Panda-Rapper, es gab einen Auftritt in der Sendung neoParadise mit Joko und Klaas. "Die beiden hatten sich schon mega früh bei mir gemeldet, weil sie Cro gut fanden, und wollten unbedingt was mit ihm machen", schreibt Schweizer. Später wurde "alles immer noch ein Stück verrückter". "Easy" landete auf Position zwei der Charts und sogar das "heute journal" berichtete über den Panda-Rapper, erinnert sich Psaiko. "Basti gab Interviews für RTL II News. Beim 'Super-Talent' rappte ein kleiner Junge 'Easy'."

Alle seien scharf auf Cro gewesen, schreibt auch Schweizer: "Von 'Deutschland sucht den Superstar' bis hin zu 'Gottschalk Live'. Sogar die Raiffeisenbank wollte mit ihm Werbung machen, zusammen mit Ulrich Wickert. Wow. Das war nichts für uns." Gottschalk habe noch ein bisschen "rumgenervt". "Nachdem wir deren Anfrage abgelehnt hatten, forderte er in seiner Sendung Carlo persönlich auf, vorbeizukommen und seine Maske zu lüften." Es hätte schon Überlegungen gegeben, jemand anderen mit der Maske hinzuschicken. "Wir überlegten, das mit Joko zu machen." Als sie noch am Planen gewesen seien, sei die Sendung aber abgesetzt worden. Und über Cros Auftritt bei "Wetten, dass..?" im Oktober 2012 erzählt Psaiko: "Gäste waren unter anderem Jennifer Lopez, Karl Lagerfeld und Sylvie van der Vaart. Ganz normal halt. Jetzt waren wir wohl endgültig angekommen. Mehr angekommen als 'Wetten, dass..?' geht nicht in Deutschland." Die Aftershow-Party sei dann aber "richtig scheiße" gewesen. "Mega langweilig. Kack Musik." Carlo habe in der Garderobe noch schnell an die Wand getaggt. "Er war den ganzen Tag schon sauer auf das ZDF gewesen, weil die ihn überhaupt nicht ernst nahmen und alles sauschlecht organisiert war. Gab natürlich 'ne fette Rechnung anschließend. Aber das war's ihm wert."

 

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