Schrecklicher Mord in Maisach Freundin (67) getötet: Sie ist schon sein drittes Opfer

, aktualisiert am 24.05.2016 - 21:51 Uhr
In diesem Haus in Deisenhofen bei Maisach ist Dana Sch. († 67, kleines Bild) ermordet aufgefunden worden. Foto: Daniel von Loeper/ho/AZ

Im August 2015 wird der verurteilte Mörder Georg Sch. aus der Sicherungsverwahrung entlassen. Er hatte im Jahr 2000 in München seine Ex-Freundin erstickt. Jetzt mordete der Mann offenbar erneut. Am Montag fand die Polizei seine Freundin († 67) tot in ihrer Wohnung bei Fürstenfeldbruck.

 

Maisach - Neun Monate war er wieder in Freiheit – entlassen aus der Sicherungsverwahrung, weil ein psychiatrischer Gutachter Georg Sch. (65) nicht mehr für gefährlich hielt. Eine Fehleinschätzung mit entsetzlichen Folgen: Wieder musste ein Mensch sterben. Gordana ("Dana") Sch. († 67) ist sein drittes Opfer.

In Deisenhofen bei Fürstenfeldbruck kennt jeder jeden. In dem Ortsteil von Maisach leben fünf Bauern, zwischen ihren Höfen stehen nur wenige Mehrfamilienhäuser. 42 Einwohner lebten hier – bis Ende letzter Woche. Am Montag fanden Polizisten in einer Dachwohnung die Leiche von Gordana ("Dana") Sch. Die 67-Jährige lag leblos in ihrem Bett. Sie war bereits seit mehreren Tagen tot.

Sein erstes Opfer war ein Schriftsteller, sein zweites eine Friseurin

Kurz zuvor hatte der Münchner Anwalt Adam Ahmed die Polizei verständigt. Der Lebensgefährte von Dana Sch., sein Mandant Georg Sch., war zu ihm in die Kanzlei gekommen, weil er gegen eine Auflage verstoßen und seine neue Adresse nicht gemeldet hatte. Vor einem halben Jahr war er zu seiner Freundin nach Maisach gezogen.

Bei dem Termin in der Kanzlei offenbarte Georg Sch. dem Juristen, dass er seine Freundin getötet habe. Um 17.15 Uhr wurde Georg ("Schorsch") Sch. in der Kanzlei des Anwalts in der Münchner Innenstadt festgenommen. Am Dienstag erging Haftbefehl wegen eines Tötungsdeliktes.

In der kleinen Gemeinde Deisenhofen herrscht Entsetzen. Eine Gewalttat hätte dem ruhigen, introvertiert wirkenden Mann niemand zugetraut. "Der Schorsch wirkt, als könnte er keiner Fliege was zuleide tun", sagt einer aus dem Ort. Eine Bekannte der Getöteten erzählt: "Er hat sie sehr geliebt. ‘Ich könnte sie den ganzen Tag abbusseln’, hat er gesagt."

Gordana Sch. hatte ihren Mörder beim Tanzen kennengelernt

Auch Dana Sch. traute dem Mann nichts Böses zu – jedenfalls anfangs. Die lebensfrohe, frühere Pharmareferentin und der Ex-Installateur hatten sich in München beim Tanzen kennengelernt.

Von seiner dunklen Vergangenheit erfuhr sie vermutlich erst nach und nach: 1994 hatte der gebürtige Straubinger im Münchner Bahnhofsviertel betrunken einen Schriftsteller niedergeschlagen. Der Mann starb an seinen schweren Verletzungen.

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Im Januar 2000 suchte die Polizei erneut nach dem äußerst gewalttätigen Mann. Seine Ex-Freundin Georgine W. († 36), eine Friseurin, war erstickt in ihrer Wohnung in Berg am Laim gefunden worden. Georg Sch. wurde wegen Mordes verurteilt – und saß bis August 2015 in Haft. Auf die Nachbarn in Maisach wirkten Gordana und Georg Sch. sehr verliebt und unzertrennlich. Sie sorgte für den Hartz IV-Empfänger.

"Ich hab’ so Angst, dass ich umgebracht werde", sagte sie einer Freundin

Doch dann schlug die Liebe offenbar in Angst um. Vor zwei Wochen vertraute sie einer Freundin an: "Ich hab’ so Angst, dass ich umgebracht werde!" Die Freundin dachte, Dana würde sich vor Einbrechern fürchten und versuchte sie zu beruhigen: "Aber du hast doch den Schorsch." Dabei wusste oder ahnte Dana Sch. da wohl längst, wie gefährlich der Mann an ihrer Seite war. Ihre beiden Söhne und deren Familien hatten ihn schon länger abgelehnt.

Bei schönem Wetter liebte es Gordana Sch. sich zu sonnen. Doch am Wochenende sah sie niemand am Badesee. Da war sie wohl bereits tot.

 

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