Vikualienmarkt 130. Geburtstag: Rosen für Karl Valentin

Blumen zum Geburtstag: Karl Valentin ist am Viktualienmarkt aufgehübscht worden. Foto: AZ

Sein 130. Geburtstag ist nicht unbedingt berauschend gefeiert worden, aber vergessen hat man den berühmten Komiker nicht. Und bald gibt Develey am Viktualienmarkt seinen Senf dazu.

 

Altstadt - Die Aktion war leise, aber vergessen hat man ihn nicht. Gestern wäre der weißblaue Superstar Karl Valentin 130 Jahre alt geworden. Der Sorge, dass der runde Gedenktag des Wortekünstlers übersehen wird, trat die verschworene Markthändler-Gemeinde mit Sprecherin Elke Fett an der Spitze mit einer Blumen-Offensive entgegen.

Zu seinem 130. Geburtstag schenkten sie Karl Valentin bei strömendem Regen um Mitternacht einen Strauß, den er zu Lebzeiten nie bekommen hätte. Sie füllten das Becken seines Brunnens am Viktualienmarkt mit 130 Rosen. Dann wurden Champagnergläser in Richtung der Bronzefigur gehoben.

Die schwimmende Rosenpracht war nur von kurzer Dauer

Arbeiter des Gartenbau-Referats entfernten die Rosenköpfe einfach aus dem Wasser und befestigten am Denkmal eine städtische Girlande mit einem Schleiferl in den Münchner Stadtfarben schwarz-gelb. Den „Rosenkrieg“ erwiderte gestern Vormittag nochmals Marktfrau-Oberin Fett, indem sie Valentin einen weiteren Blumenstrauß in die bronzene Hand steckte, mit einer Grußkarte zum 130sten.

In Sachen Karl Valentin, den man 1948 unrühmlich wie fast alle Großen Münchens zu den Engeln gehen ließ, agiert man bei uns auch sonst nicht zimperlich. So erhält das „Valentin-Stüberl“ am Markt nicht nur eine neue Wirtin, sondern auch einen neuen Namen. Das Lokal heißt jetzt dann Zwickl. Wie witzig.

Zu den Neuerungen des Viktualienmarktes gehört auch Kunst zwischen den Ständen. Graffiti-Künstler Veit Kowald bemalte den früher potthässlichen Durchgang zu den Innen-Standln grell mit fliegenden Erdbeeren und Vögeln.

Und: Obwohl man sich am Markt immer dagegen sträubt, dass sich Konzerne und Ketten mit Dependanzen einschleichen, gibt das in Frankreich, Italien, Österreich, Polen und Tschechien vertretene Großunternehmen „Develey“ (230 Mio. Umsatz, 30 Prozent Marktanteil in Deutschland) seinen Senf dazu. Es gelang, einen Standort zu ergattern: Ein Standl, das rund vier Jahre leer stand. An der Front-Verkaufsstelle „Delikat“, auch das ist neu, darf inzwischen Schnaps verkauft werden. Alt ist dagegen, dass der vor fünf Jahren ohne Wasseranschlüsse gestartete Bauernmarkt noch immer ohne Aqua ist, aber vor einigen Tagen Edelstahlkästen für Wasser angeliefert wurden, auf deren Anschluss man noch hofft.

 

0 Kommentare