Viktualienmarkt Maibaum wird zum Christbaum: Ein Hauch von Disneyland

Showtime für Karl Valentin, der für ein paar Wochen im weihnachtlichen Rampenlicht steht. Foto: Michael Graeter

So haben Sie den Markt noch nie gesehen: Mit Lichterkränzen, LED-Schienen und Light-Shows an den Brunnen und der Heiliggeist-Kirche. „Das ist ja noch schöner geworden als in Paris“

Axel Markwardt, Münchens neuer Kommunalreferent, bringt Licht ins Herz unserer Stadt. Zu Weihnachten erstahlt der Viktualienmarkt erstmals in einer bisher noch nicht dagewesenen Lichter-Show. Ein Hauch von Disneyland ist nicht zu leugnen. Die AZ zeigt exklusiv wie der „Bauch von München“ illuminiert wird.

Als die Standlfrauen gestern die ersten Bilder gezeigt bekamen, herrschte einhellige Freude. Sie lobten Hallen-Chef Markwardt: „Er ist der Größte. Man merkt, dass ein Mann jetzt am Ruder ist, der den Viktualienmarkt liebt und nicht quält wie mancher Vorgänger.“

Sprecherin Elke Fett fügte hinzu: „Eine Weihnachtsbeleuchtung haben wir uns schon immer gewünscht. Die ist ja noch schöner geworden wie die in Paris. Wir sind ganz aus dem Häuschen und können es kaum erwarten, bis alles montiert ist.“

Der Maibaum im Mittelpunkt des Marktes wird so erstrahlen, dass man ihn fast in der ganzen Innenstadt sieht. Bis hinauf zum Kranz, der mit weißem Licht wie ein rundes Logo leuchtet, ummantelt man den weißblauen Stamm mit energiesparendem LED-Licht.

Tausende von Lämpchen werden raffiniert funkeln. Glücklich über das Feuerwerk-Kleid mit den Bier-Symbolen in neuem Licht sind die Münchner Brauereien, denen der Maibaum gehört. Verbandspräsident Andreas Steinfatt gab sofort grünes Licht, als er von den Plänen erfuhr.

Auf herkömmliche Deko wie Bäume beleuchten, verzichtet bewusst Manfred Beck von der Firma „Deseo“, die auch schon seit zwei Jahren mit Prunk-Kronleuchtern die Brienner Straße in weltstädtischen Weihnachtsglanz taucht. Da sieht man, wie ärmlich der Pracht-Boulevard Leopoldstraße vor sich hindümpelt, weil sich weder Stadt noch Anlieger zu einer Weihnachtsbeleuchtung durchringen konnten.

Die Lampen-Zauberer für den Viktualienmarkt arbeiten bereits auf Hochdruck. Jeder Brunnen bekommt seine eigene Light-Show, auch jede Laterne, deren Mast bis zum mit eigenem Weißlicht ausgestatteten Lampenkörper flächendeckend in Lichteffekte eingepackt wird und glitzert wie eine Auslage bei „Tiffany’s“.

Beim weißblauen Superstar Karl Valentin leuchten Sterne am Boden rings um seinen Brunnen und das auf den Kopf gestellte Fragezeichen seines Denkmals wird nachts als Lichtschlange durch die Budengassen blitzen. Selbst das hässliche Müll-Häusl bekommt ein Weihnachts-Make-up. Lichtschienen und Leuchtsterne an den hölzernen Seitenwänden verwandeln den bisherigen Schandfleck in ein Kunstwerk – wenigstens für ein paar Wochen.

Die ganze Markt-Illumination wird noch mit einem Kopflicht auf der Turmspitze der Heiliggeist-Kirche abgerundet, das wie der Stern Bethlehem über dem Viktualienmarkt leuchtet.

Am 1. Dezember heißt es „Licht an“. Da drücken Axel Markwardt, Andy Steinfatt und Elke Fett auf den Einschalt-Knopf.

Finanziert wird die neue Optik aus dem Werbetopf der Standlfrauen, die jährlich ihr Schärflein dazu beitragen, um den Markt ins rechte Licht zu rücken, was wörtlich genommen werden kann. Die Marktdamen würden sich aber auch freuen, wenn die Stadt noch etwas dazu beisteuern würde.

 

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