Vielseitigkeitsreiten Drama um Pferd: Tod am Heckensprung

Schon wieder verunglückt ein Pferd in einer Vielseitigkeits-Prüfung: P’tite Bombe von Emeric George muss in Luhmühlen nach einem schweren Sturz auf den Hals eingeschläfert werden

 

Luhmühlen - Hilflos zuckte P’tite Bombe mit den Beinen, versuchte vergeblich wieder aufzustehen. Als die Helfer Plastikplanen als Sichtschutz um das gestürzte Pferd zogen, bestand nur noch wenig Hoffnung. Keine zwei Stunden später war die französische Stute tot. Vier Wochen nach dem Tod des Olympia-Pferdes King Artus in Wiesbaden erlebte die Vielseitigkeitsreiterei an diesem Wochenende in Luhmühlen einen neuen Schock.

„Da zuckt man innerlich zusammen, wenn man so etwas sieht”, gestand Olympiasieger Michael Jung, der den Unfall auf einem Fernsehschirm beobachtet hatte. Der erfolgreiche Vielseitigkeitsreiter sagte aber auch: „Das kann leider immer passieren. Dabei war es ein eher einfacher Sprung.”

P’tite Bombe und der französische Reiter Emeric George waren am Samstag während des Geländerittes bei der Durchquerung des Stadions am zwölften Hindernis gestürzt. Die zehnjährige Stute strauchelte über der Hecke und landete auf dem Hals. Während George fast keine Verletzungen davontrug und fassungslos die Rettungsversuche der herbeigeeilten Tierärzte beobachtete, blieb sein Pferd zitternd am Boden liegen.

Die Stute erhielt zunächst eine Narkose und wurde dann in einem Spezialanhänger abtransportiert. In einer Klinik wurde später eine Wirbelverletzung festgestellt und schließlich entschieden, das Pferd einzuschläfern. Es hatte nach Angaben der Veterinäre eine Querschnittslähmung erlitten.

Die Veranstalter ließen die Vier-Sterne-Prüfung nach einer halben Stunde Pause weiterlaufen. „Wir bedauern das sehr”, kommentierte Geschäftsführerin Julia Otto später den Tod und sagte: „Das ist ein Restrisiko, das man nicht ausschließen kann.”

Der Parcoursbauer Mark Philipps sagte: „Niemand kann erklären, wie es zu diesen Stürzen kommt.” Es sei nur ein „einfacher Heckensprung gewesen”. Und weiter: „Wir versuchen wirklich alles, um den Pferden den Absprung vorzugeben.” Dennoch kam es in Luhmühlen zu weiteren schweren Stürzen. Besonders die Britin Nicola Wilson hatte bei einem spektakulären Unfall mit Opposition Buzz viel Glück.

 

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