Vielseitige MTB-Runde im Süden Traumtrails zwischen Gleißental und Isar

Magische Momente: Mysteriös anmutendes Tuffsteinrund hinter Deisenhofen - und kaum jemand unterwegs. Foto: Christian Bonk / Themenwelten

Die Gleißen ein wenig wie die toughe Schwester der Isar. Geheimnisvoll, verwunschen, weniger prachtvoll fließend, oft mehr wie ein stehendes Gewässer. Und doch hat das Gleißental für Mountainbiker seinen Reiz.

Das hat drei Gründe: Erstens rollt man hier ab dem Einstieg knapp hinter dem S-Bahnhof Deisenhofen ruhig und ungestört durch den märchenhaften Auenwald, ohne den manchmal schon nervenden Rummel auf den Isartrails. Zum zweiten ist die Vegetation einfach anders in dem engen, in der Tat fast magisch-mysteriösem Tal.

Geschicklichkeit auf schmalem Pfad gefragt

Im Herbst erfordert der enge Pfad, oft bestehend aus etwas glitschigen hartem Stein (Fully-Fahrer kommen hier voll auf ihre Kosten), erhöhte Konzentration, überhaupt macht man bei leichtem Gefälle Richtung Deining mächtig Tempo.

Zeit zum Anhalten sollte man dennoch haben: Wer will, kann hier, keine zehn Meter ab vom Pfad, ein spektakuläres Tuffsteinrund entdecken, in dem man sich problemlos die Versammlung diverser Hobbits aus dem Auenland oder dem Wolfsrudel aus dem Dschungelbuch vorstellen kann.

Und zum dritten gilt: Abwechslung macht Spaß. Immer nur die Isar auf und ab, das kann bei aller gleißender Pracht, irgendwann auch fad werden.

START: Kaum zu toppende Vielseitigkeit

Wer das entgegen dem Namen weniger gleißende Gleißental in eine Runde ab Tierpark Hellabrunn über den Perlacher Forst (als MTBler unbedingt den hübschen und spaßigeren Single-Trail neben der Bahnlinie wählen statt der Teerpiste) nach Deisenhofen bis zum Deininger Weiher und über Hornstein/Aumühle retour an die Isar einbindet, der bekommt eine im Münchener Umland kaum zu toppende Vielfalt geboten.

Ideal passt der Takt, wenn man vielleicht am Deininger Weiher noch eine Kuchen- oder Brotzeitpause einflicht und dann weiter rollt durch die unglaubliche schöne Moorlandschaft Richtung Hornstein, wo man unbedingt die kleine Kapelle (erstmals erwähnt 1315) und den prachtvollen Maibaum (Länge 30 m, Volumen 3,3 m3, Alter 119 Jahre!) ansehen sollte, bevor es rasant abwärts geht zur Aumühle mit ihrer Fischzucht.

MITTELTEIL: Rauf in den Grünwalder Forst

Rechts am Isarkanal entlang rollt man rasant auf Asphalt bis ins Mühltal, wählt dann die knackige Variante links Richtung Grünwald mit dem fast wie ein kleiner Pass anmutenden Auffahrt. Oben angekommen, macht man durch den Forst auf schnurgerade Schotterpiste höllisch Tempo. Vis-a-Vis vom Waldfriedhof hält man sich links, um dann gleich wieder links Richtung Eierwiese und selbige querend in Grünwald unter der tausendjährigen Linde landet.

ZIEL: Kurvig-rasanter Rückweg 

Sodann runter zur Burg und retour auf den Isartrail, der mit leichter Abwärtstendenz Richtung München und den herrlichen Gegenanstiegen nebst dynamischen Kurven irre Spaß macht, der perfekte Flow für den Schluss.

Ab Großhesseloher Brücke kann man es ruhig ausrollen lassen und sich schon mal überlegen, ob der Flaucherbiergarten, ein eiskaltes Radler im Schinderstadel oder doch lieber die Eisdiele „Gelatobi“ an der U-Bahn Thalkirchen der perfekte Schlussakkord für diese knackige und vielseitige 50-Kilometer-Runde ist. Verdient hätte man's sich.

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