Vice-Interview nach Anschlägen von Paris Eagles of Death Metal: Wir spielen wieder im Bataclan!

Die Eagles of Death Metal sprachen im Interview mit Vice-Chef Shane Smith darüber, wie sie den Terroranschlag im Pariser Bataclan erlebten. Foto: AZ-Screenshot

Sie standen auf der Bühne im Bataclan, als der Kugelhagel der Paris-Terroristen über ihr Publikum hereinbrach. In einem ergreifenden Interview haben die Eagles of Death Metal jetzt über die schreckliche Nacht berichtet.

 

New York - Trotz des Terrorangriffs auf das "Bataclan" will die Band Eagles of Death Metal wieder in der Pariser Konzerthalle auftreten. "Ich will die erste Band sein, die im "Bataclan" spielt, wenn es wieder öffnet", sagte Frontmann Jesse Hughes "Vice News" in der am Mittwoch veröffentlichten Langversion eines Video-Interviews. "Unsere Freunde kamen dorthin, um Rock'n'Roll zu sehen, und starben. Ich will wieder dorthin gehen und leben."

Beim Konzert der US-Gruppe im "Bataclan" am 13. November hatten Angreifer dort ein Massaker angerichtet und etwa 90 Menschen getötet. Auch ein Mitglied der Band-Crew, Merchandising Manager Nick Alexander starb durch die Kugeln der Terroristen. Bei der Terrorserie in der französischen Hauptstadt starben mindestens 130 Menschen.

Attentäter verfehlte Frontmann Hughes um Haaresbreite

Mehrere Menschen hätten sich im Umkleideraum der Musiker versteckt, erzählt Frontmann Jesse Hughes. Die Attentäter seien in den Raum gekommen und hätten alle getötet - "außer einer Person, die sich unter meiner Lederjacke versteckte". Viele Menschen hätten sich tot gestellt, berichtet Hughes. Während er auf der Suche nach seiner Freundin gewesen sei, habe er plötzlich einem der Attentäter gegenüber gestanden. Der Mann habe auf ihn gezielt, die Kugel sei aber gegen den Türrahmen geschlagen.

Auch Tonmann Shawn London sah sich plötzlich einem der Attentäter direkt gegenüber. "Er traf mein Mischpult, die Knöpfe sind überall hingeflogen", berichtet London. Er habe sich sofort auf den Boden geworfen, während der Attentäter immer weiter geschossen und mit aller Kraft "Allahu Akbar" (Allah ist groß) geschrien habe.

"Vice News" hatte am Wochenende einen kurzen Ausschnitt online gestellt und nun eine Langfassung der Gespräche veröffentlicht. Es ist den Bandmitgliedern deutlich anzusehen, wie schwer es ihnen fällt, über die Erlebnisse zu sprechen. Frontmann Jesse Hughes kämpft immer wieder mit den Tränen und guckt in dem Interview kaum nach oben. Er beginnt zu weinen, wenn er sich etwa daran erinnert, wie der von Kugeln getroffene Bandmanager Nick Alexander starb. Er habe nicht nach Hilfe gerufen, "weil er nicht wollte, dass irgendwer anderes verletzt wird".

Gleichzeitig macht sich Hughes selbst Vorwürfe, den Bassisten Matt McJunkins auf der Bühne zurückgelassen zu haben. "Ich fühlte mich so schuldig." Er denkt, ein Hauptgrund, warum so viele Menschen getötet wurden, sei, weil so viele ihre Freunde nicht verlassen wollten. "So viele Leute haben sich vor andere gestellt."

Doch bei all der Trauer geben sich die Kalifornier kämpferisch. Nicht nur die Terroristen, auch sie würden Leute "rekrutieren" und zwar dafür, Teil des Lebens zu sein, sagt Bandmitbegründer Joashua Homme, der bei dem Auftritt selbst nicht dabei war, und deutet dabei ein vorsichtiges Lachen an. Die Eagles of Death Metal wollen also nicht nur nochmal ins Bataclan zurückkehren, auch ihre Tour soll fortgesetzt werden.

Die Einnahmen aus einer neu aufgenommenen Coverversion des "Duran Duran"-Songs "Save a Prayer" und einer eigenen Nummer namens "We love you all the Time", die Musiker in der ganzen Welt covern sollen, egal in welcher Musikrichtung, sollen den Hinterbliebenen der Opfer der Schreckensnacht von Paris zugute kommen.

Das volle Vice-Interview mit den Eagles of Death Metal können Sie hier ansehen:

 

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