2:1 beim VfL Wolfsburg Der FC Bayern: "Geil und unfair"

Robert Lewandowski verwandelte in der Nachspielzeit zum 2:1. Foto: imago/Contrast

In der Nachspielzeit schießt Lewandowski die Bayern gegen Wolfsburg zum Sieg. Jupp Heynckes rotiert, Thomas Müller meint: "Es macht uns viel zu viel Spaß zu gewinnen. Für uns fühlt es sich gut an".

Wolfsburg - Die Kollegen des Magazins 11 Freunde hatten eine feine Idee. Sie fahndeten beim digitalen Freund und Helfer Google danach, was die Leute so suchen, wenn sie Vereinsnamen von Bundesligisten eingeben. Immer verbunden mit der Sinnfrage: "Warum?" Geschichtliches wird abgefragt ("Warum Gladbach Fohlen?"), Wirtschaftliches ("Warum Werder arm wurde") oder Gesellschaftliches ("Warum ist Hoffenheim unbeliebt?"). Auch Existenzielles wird gecheckt: "Warum HSV Fan?" Hm. Gute Frage. Nächste Frage.

Die zum FC Bayern etwa. Menschen suchen nach Antworten für: "Warum FC Bayern hassen?" Vielleicht sollte sich die Anti-Bayern-Fraktion das Spiel beim VfL Wolfsburg noch einmal ansehen. Schlecht gespielt, Rückstand. Elfer verschossen. Ausgleich. Last-Minute-Elfer bekommen und verwandelt. 2:1. Typisch Bayern. Sie haben das Verlieren verlernt. Die letzte Pflichtspiel-Niederlage datiert vom 25. November, ein 1:2 bei Borussia Mönchengladbach. Seitdem gewannen die Heynckes-Männer ihre letzten 13 Pflichtspiele hintereinander, darunter zehn Liga-Partien.

FC Bayern: Wille und Gier als 12. und 13. Mann

Zur Not kompliziert und kurz vor knapp wie in Wolfsburg. Kapitän Thomas Müller bekam Mitleid mit den Unterlegenen: "Wenn am Ende der FC Bayern trotz 0:1-Rückstand gewinnt und man dann in die Gesichter der Gegenspieler schaut und die sich wieder fragen, warum hat es ganz knapp nicht geklappt, dann ist das irgendwo ein bisschen unfair. Aber für uns fühlt es sich gut an." Kommen nie Zweifel auf? "Ich hatte ein gutes Gefühl, dass wir das Spiel noch drehen können", erklärte Müller den Hunger, "es macht uns viel zu viel Spaß zu gewinnen, anstatt dass man sagt: Ja, wir haben am Dienstag gegen Besiktas ein wichtiges Spiel, jetzt schenken wir hier ab. Die Jungs wollen gewinnen."

Immer. Wille und Gier als 12. und 13. Mann. "Das zeigt unsere gute Moral", findet Arjen Robben, "wir wollten die Siegesserie fortsetzen, das haben wir gemacht. Es war ein bisschen Glück dabei, aber es zeigt auch die Qualität unserer Mannschaft." Müller mache es "einfach Spaß. Die Mannschaft ist einfach geil".

Da kann Trainer Jupp Heynckes rotieren, wie er will. Bei Abstiegskandidat Wolfsburg brachte er acht Neue gegenüber dem 2:1 gegen Schalke vom letzten Samstag – Rekordrotation in dieser Saison. Warum? Weil er es kann! 18 Punkte Vorsprung an der Liga-Spitze machen verführerisch in Sachen Personal. Außerdem geht es ab Dienstag (20.45 Uhr, ZDF und Sky live) mit Beginn der K.o.-Phase der Champions League ans Eingemachte. Also: Schonung fürs Achtelfinal-Hinspiel.

Kingsley Coman blieb wegen einer Erkältung vorsichtshalber zu Hause. Arturo Vidal fehlte gesperrt. Und dennoch nahm Heynckes den Besten der letzten Wochen, James Rodríguez, erst gar nicht mit. Auf der Bank eine Weltauswahl: Hummels, Boateng, Kimmich, Alaba, Müller und Lewandowski. Letzterer, in der 79. Minute eingewechselt, verwandelte den Last-Minute-Elfer zum 2:1. Die nimmersatten Seriensieger feierten diesen Dreier erstaunlich emotional.

"Wir haben gute Chancen, gute Wochen vor uns zu haben", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vorsichtig. Die Champions League wird der Maßstab der Saison sein, Besiktas Istanbul ist es nicht. "In den Spielen gegen Leipzig hat man gesehen, dass man die Türken auf keinen Fall unterschätzen darf", warnte Müller. Wird man gar Mitleid mit Besiktas haben? Wie mit Wolfsburg? "Die tun mir definitiv nicht leid", sagte Sandro Wagner, Schütze des 1:1, entschlossen. "Da gibt’s andere, die mir leidtun, die Wolfsburger nicht." Wieso – das blieb sein Geheimnis. Ein letzter Check bei Google, mit Wolfsburg. Die häufigste Frage: "Warum Wolfsburg?" Tja.

 

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