Veterinäramt tut nichts Kadaver und Fäkalien: Der "Horror-Hof von Oettingen"

, aktualisiert am 15.12.2017 - 08:52 Uhr
Vernachlässigte Rinder, tote Katzen und Kot, der sich an der Wand stapelt. Klicken Sie sich in der Bilderstrecke durch die Fotos vom Oettinger Horror-Hof. Foto: Animals United e.V./AZ

Erschreckende Hygienemängel sowie vernachlässigte, gar tote Tiere: Die Zustände auf einem Bauernhof im schwäbischen Oettingen schockieren. Das Veterinäramt weiß Bescheid und war vor Ort – trotzdem sehen die Mitarbeiter keinen Grund, etwas an der Situation zu ändern.

Oettingen/München - Kot, der nicht entsorgt wird und sich an der Wand türmt. Kühe, die teilweise angekettet sind, sich kaum bewegen können und in ihren eigenen Exkrementen stehen. Wenig bis gar kein Wasser für das Vieh sowie Futter, das mittlerweile schon gärt und vor sich hingammelt. Katzen, die von Fliegenlarven übersät, abgemagert und dehydriert sind oder sogar tote Tiere, die einfach auf dem Boden liegengelassen werden.

Die Zustände auf einem Bauernhof in Oettingen (Lkr. Donau-Ries) schockieren – die bundeweite Tierschutzorganisation "Animals United e.V." hat sich ein Bild von der erschreckenden Situation gemacht. Die Aktivisten schossen Fotos und drehten ein Video, um auf die untragbaren Zustände auf dem "Horror-Hof von Oettingen" aufmerksam zu machen.

Der Vorwurf von "Animals United": Grobe Vernachlässigung, mangelnde und falsche Verpflegung, grausame Todesfälle und erschreckende Hygienemängel. "Der Zustand des ganzen Hofs ist desolat und die Tierhaltung der Rinder und Katzen äußerst tierschutzwidrig", so ein Sprecher der Organisation in einer Mitteilung vom Dienstag. Auch Anwohner haben den Aktivisten von toten Tieren berichtet, die sie gesehen hätten. Der Zustand von etlichen verwahrlosten Katzen war so schlecht, dass sie eingeschläfert werden mussten.

Keine großen Beanstandungen vom Veterinäramt

Am Dienstag hat die Tierschutzorganisation Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner und das zuständige Veterinäramt in Donau-Ries benachrichtigt. Die Aktivisten fordern ein "sofortiges und nachhaltiges Eingreifen der Behörden". Die Meinungen gehen auseinander: Während die Bürgermeisterin "erschüttert" über die gezeigten Bilder ist, sieht das Veterinäramt keinen Grund zum Eingreifen.

In einer Mitteilung vom Mittwoch heißt es: "Grundsätzlich war von Seiten der Veterinäre festzustellen, dass sich die Tiere in dem kleinen Betrieb in keinem Zustand befanden, der ein umgehendes Eingreifen aus tierschutzrechtlicher Sicht erforderlich machte. In Form von Auflagen wurde auf kleinere Beanstandungen reagiert." Um welche Beanstandungen es sich dabei handelt, ist jedoch nicht genau klar. Mit anderen Worten: Bis auf ein paar Kleinigkeiten muss an der Situation nichts verändert werden!

"Sie haben nach dem Horror ein schönes Restleben verdient"

Nach Eingang des Schreibens haben sich Beamte des Veterinäramts sofort auf den Weg zum Hof gemacht, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Daneben teilt das Amt mit, dass der Betrieb in diesem Jahr bereits mehrfach "engmaschig" kontrolliert wurde. Trotzdem ist nichts passiert...

Dabei bleibt es also auch erstmal – die Tiere auf dem Bauernhof werden weiter leiden müssen! Die Tierschützer ziehen in Betracht, den Tierhalter anzuzeigen, sollte sich dieser nicht einsichtig zeigen und die Tiere abgeben. "Der Tierhalter in Oettingen ist sichtlich überfordert und anscheinend nicht in der Lage, die Tiere korrekt unterzubringen und zu versorgen. Der Winter wird kalt und die schlechtversorgten Rinder und Katzen sind akut gefährdet. Die Tiere müssen dringend beschlagnahmt werden, es wurde lange genug zugesehen. Wir bieten uns gerne an, Plätze für sie auf einem Lebenshof zu finden. Sie haben nach dem Horror ein schönes Restleben verdient", so Viktor Gebhart von "Animals United".

Dem Veterinäramt zufolge wird der Betrieb auch in Zukunft weiter kontrolliert. Vermutlich um zu beobachten, ob sich die völlig aussichtslose Lage noch weiter verschlimmern kann.

Ein Video, welches vor Ort gedreht wurde, finden Sie hier:

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