Verwirrung um Mayrhofer-Alleingang Löwen-Boss rudert zurück: "Keine Krisensitzung!"

Leistete sich einen folgenschweren Alleingang: Gerhard Mayrhofer. Foto: sampics

Präsident Gerhard Mayrhofer hat zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt für Negativ-Schlagzeilen beim TSV 1860 gesorgt. 

 

München - Eigentlich hatten Spieler und Verantwortliche der Löwen Redeverbot. Bis zum Spiel gegen Darmstadt am Sonntag hätten sich weder Profis noch die sportliche Leitung in der Öffentlichkeit äußern sollen - auch nicht das Präsidium.

Präsident Mayrhofer hatte sich am Mittwoch an diese Regel offenbar nicht gebunden gefühlt und stattdessen dem Münchner Merkur offen Rede und Antwort gestanden. Daraufhin war im Merkur ein Artikel erschienen, die als vorausgeschickte Entlassung von Trainer Markus von Ahlen sowie als Generalabrechnung mit Sportchef Gerhard Poschner und Investoren-Vertreter Noor Basha gedeutet werden können.

Unter anderem war von einer Krisensitzung bei 1860 zu lesen, garniert mit Aussagen Mayrhofers, wonach "natürlich Handlungsbedarf besteht" und "uns allen klar ist, dass wir nicht so weitermachen können". Die Trainerdiskussion sei "in dieser Situation üblich", die schlechte Leistung gegen Heidenheim sei dem Löwen-Boss "nicht entgangen". Und in Sachen Personalentscheidungen wurde Mayrhofer mit den Worten zitiert: „Wir wissen, dass wir nicht viel Zeit haben.“

Diese Aussagen wären auf den ersten Blick eigentlich nur ehrlich, wären sie kein Alleingang des Präsidenten vorbei an der sportlichen Leitung und der Pressestelle gewesen. Zudem hatte Mayrhofer in dem Gespräch offenbar genügend Spielraum gelassen, um Basha als den einzigen Grund hinzustellen, weshalb Poschner und von Ahlen überhaupt noch im Amt seien.

Entsprechend verwunderte es nicht, dass noch am Mittwochabend ein Dementi aus der Pressestelle folgte. Das schriftliche Statement Gerhard Mayrhofers las sich wie folgt: 

„Ich habe in einem Telefon-Gespräch mit dem Merkur heute zu keiner Zeit davon gesprochen, dass in der Geschäftsstelle eine Krisensitzung stattgefunden hat. Ebenso wenig habe ich davon gesprochen, dass die sportliche Führung angezählt sei. Mit der tz habe ich gar nicht gesprochen. Klar ist, dass wir jetzt alle gemeinsam alles versuchen müssen, um aus dieser Situation wieder herauszukommen. Nicht mehr, nicht weniger, und dazu stehe ich.“

Alle Aussagen also nur erfunden? Wohl kaum. Es bleiben lediglich zwei Fragen: Kann von Ahlen nach diesen Aussagen des Präsidenten überhaupt als Trainer bei 1860 überleben? Und wie reagieren jetzt Poschner, vor allem aber Basha und Löwen-Investor Hasan Ismaik?

 

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