Verurteilter Trachtendesigner Daniel Fendler: So sieht sein Alltag im Knast aus

Schneider Daniel Fendler ließ sich noch im August 2017 in seinem Trachtenhaus öffentlichkeitswirksam fotografieren. Foto: imago/HRSchulz

Er hat viele getäuscht und enttäuscht. Trachtendesigner Daniel Fendler (39) wurde vor einem Jahr wegen Drogenhandels zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Gericht ordnete auch eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. In einem Interview spricht jetzt Fendlers Vater.

 

Die schöne und verlockende Glitzerwelt ist gerade sehr weit weg. Daniel Fendler, der einst Stars wie Showmaster Florian Silbereisen, Sängerin Helene Fischer und Schauspielerin Veronica Ferres mit seiner Tracht einkleidete, sitzt im Gefängnis. Er hatte Crystal Speed in Tschechien gekauft, selbst konsumiert und auch weiterverkauft. 180 Euro hat er pro Gramm kassiert. 

Daniel Fendler: Gericht verhängt Gefängnisstrafe

Das Landgericht sprach ihn wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in sechs tatmehrheitlichen Fällen schuldig. Zudem musste er in eine Entziehungsanstalt, da ohne Drogentherapie weitere Straftaten von erheblichem Gewicht zu befürchten seien.

Aktuell lebt Fendler in einer Klinik für Forensische Psychiatrie, wie "Bild" berichtet. "Daniel macht einen begleitenden Entzug. Und bekommt so etwas wie eine Gehirnwäsche, die ihm in Zukunft helfen soll, in ein normales Leben zu finden", sagt Vater Klaus Fendler (76).

Wie geht es Daniel Fendler heute?

Fendler schläft in einem Zwei-Bett-Zimmer der Klinik, in der ungefähr 15 Strafgefangene untergebracht sind. Er arbeite, bisher immer bewacht, in der Schreinerei und Gärtnerei und mache eine Therapie. Der Vater zu Bild: "Im Dezember darf er einmal die Woche für zwei Stunden alleine raus, aber die Gemeinde nicht verlassen. Er ist gefasst und stabil und weiß, was er falsch gemacht hat."

Vater von Daniel Fendler gibt ein Interview

Das Urteil war für die Familie aus dem Landkreis Rosenheim ein Schock: "Wir haben alle geweint. Wir wussten nichts von den Drogen. Daniel ist der Jüngste von sechs Brüdern. Für uns war er das behütete Nesthäkchen." Und weiter: "Es wäre wohl besser gewesen, Daniel wäre nicht in die Stadt gezogen. Dieser Sumpf aus Partys, Events, Promis und Alkohol, diese sehr verführerische Umgebung ist für uns Landbewohner eine fremde Welt. Da ist er voll reingerutscht. Ich verstehe das noch immer nicht."

Bei einer Hausdurchsuchung im Dezember 2017 hatte die Polizei fast 170 Gramm Crystal Speed (Methamphetamin) in Daniel Fendlers Wohnung sichergestellt. Sein Trachtengeschäft, das mittlerweile in Aschau im Chiemgau ansässig ist, wurde nach der Verhaftung von seiner Mutter und seinen Angestellten weitergeführt.

 

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