Vertrauensperson gesucht So finden Sie den richtigen ambulanten Pflegedienst

Hand in Hand: Bei der Versorgung von Angehörigen ist Teamwork gefragt, auch zwischen Pflegedienst und Familie. Foto: dpa

Die AZ erklärt, worauf Sie bei der Auswahl eines privaten Anbieters achten sollten.

 

München - Private Pflegedienste gibt es viele, aber wie finde ich einen guten und seriösen Anbieter? Die AZ erklärt die zehn wichtigsten Punkte, auf die Sie bei der Auswahl achten sollten.

Information

Seriöse Pflegedienste bieten ein umfassendes schriftliches Informationsmaterial mit Preislisten und detaillierter Beschreibung der Leistungen. Ein Vorgespräch sollte unverbindlich sowie kostenlos sein und bei Ihnen zu Hause stattfinden. Gut ist, wenn bei diesem Termin bereits Pflegepersonal dabei ist. Sie sollten eine kompetente Pflegeberatung erhalten.

Bewertung

Der Medizinische Dienst der Kassen (MDK) prüft und bewertet alle Pflegedienste mit Schulnoten. Das Ergebnis sind die Transparenzberichte, die Sie im Internet etwa auf der Seite der AOK oder der BKK finden. Pflegedienste müssen ihre Bewertung auch gut sichtbar in ihrer Einrichtung zeigen. Vergleichen Sie die Berichte der Pflegedienste, die Sie in Betracht ziehen, mit denen der Konkurrenz.

Betreuung

Der Pflegedienst sollte ein umfassendes Angebot bieten, das genau zu den Bedürfnissen der Pflegeperson passt. Falls Sie Zusatzleistungen wünschen, die der Dienst selbst nicht erbringen kann (Essen auf Rädern, Krankengymnastik, mobiler Friseur etc.), sollte er mit anderen Anbietern zusammenarbeiten oder diese vermitteln können. Auch die Kooperation mit den behandelnden Ärzten gehört dazu. Ein Vorteil kann es sein, wenn der Pflegedienst sich spezialisiert hat, etwa auf Menschen mit Behinderung oder Demenz. Wichtig ist auch, dass sich die Leistungen kurzfristig ändern lassen, zum Beispiel um zusätzliche Hausbesuche erweitert werden können.

Erreichbarkeit

Es ist günstig, wenn der Pflegedienst seinen Standort in Ihrer Nähe hat und schnell bei Ihnen sein kann. Einen guten Pflegedienst erreichen Sie rund um die Uhr. Auch an Sonn- und Feiertagen gibt es einen Bereitschaftsdienst und nicht bloß einen Anrufbeantworter. Bei Verzögerungen oder falls eine Vertretung kommt, sollten Sie rechtzeitig informiert werden.

Personal

Der Pflegedienst sollte mehr Fachkräfte als Hilfspersonal beschäftigen. Fragen Sie nach, welche Ausbildung die Mitarbeiter haben. Auf Wunsch präsentiert Ihnen ein guter Dienst auch alle Qualifikations-Nachweise der eingesetzten Mitarbeiter. Größere Dienste leisten sich zudem eine Zertifizierung durch externe Prüfer wie den TÜV. Auch die Mitgliedschaft in einem Berufsverband, ein ausgewiesenes Pflegekonzept und der Nachweis regelmäßiger Fortbildungen sind Qualitätsmerkmale. Im besten Fall kümmert sich ein kleines Team um die Pflegeperson, und das Personal wechselt nicht oft. Wünsche beim Personal, wie etwa eine kultursensible Pflege oder ausschließlich weibliche Pflegekräfte, sollten möglich sein. Wenn Ihnen eine Pflegekraft nicht passt, sollten Sie diese ablehnen können.

Kosten

Ein guter Pflegedienst macht einen verständlichen Kostenvoranschlag und berät auch darüber, welche Leistungen von Kostenträgern wie der Krankenkasse bezahlt werden können. Alle Leistungen und Kosten müssen in einem Pflegevertrag schriftlich festgehalten werden. Darin sollten auch Kündigungsfristen festgelegt werden: zehn Tage zum Monatsende für Sie, sechs Wochen für den Pflegedienst. Während eines Klinikaufenthaltes der Pflegeperson sollte der Vertrag ruhen. Ein seriöser Anbieter schließt außerdem Versorgungs- und Vergütungsverträge mit den Pflege- und Krankenkassen ab. Nur so können die Leistungen mit den Kassen abgerechnet werden.

Kommunikation

Verlassen Sie sich auch auf Ihren Eindruck – ob am Telefon oder im Vorgespräch. Wird offen und freundlich mit Ihnen gesprochen? Wird auf alle Fragen kompetent geantwortet? Nimmt man sich Zeit für Sie? Der individuelle Pflegeplan sollte ausführlich mit Ihnen besprochen werden.

Dokumentation

Die Pflege muss sorgfältig dokumentiert werden. Alle Leistungsnachweise sollten stets beim Pflegebedürftigen liegen und auch für Angehörige kontrollierbar sein.

Angehörigen-Angebote

Viele Pflegedienste bieten Schulungen oder Gesprächskreise für Angehörige an. Falls es das nicht gibt, sollten Sie zumindest vom Pflegepersonal eine Einweisung bekommen, wie Sie selbst die Pflege unterstützen können.

Weitere Beratung

Sie sollten bei der Auswahl von Pflegehilfsmitteln wie etwa speziellen Geräten beraten werden. Wenn bauliche Maßnahmen in der Wohnung der Pflegeperson nötig oder sinnvoll sind, sollten Sie auch darüber aufgeklärt werden.

 

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