Vertragsverlängerung Basketball: Pesic bleibt ein Bayer

Mr. 1000 Volt: Trainer Svetislav Pesic. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Trainer verlängert seinen Vertrag beim Basketball-Meister vorzeitig bis 2017. Der Verein hat große Ziele – auch in Europa.

 

München - Endlich mal spielfrei. Eine ganze Woche. Das hat für die Basketballer des FC Bayern Seltenheitswert. Die letzte Woche war so eine und sie wurde in doppelter Hinsicht genutzt. Eine ausgeruhte Bayern-Mannschaft schickte den Gegner aus Trier mit einer 41-Punkte-Klatsche (92:51) nach Hause und auch die wichtigste Personalentscheidung wurde getroffen.

Svetislav Pesic, der Erfolgstrainer der Bayern, bleibt bis 2017. Nach dem Spiel verkündete Vizepräsident Rudolf Schels die vorzeitige Vertragsverlängerung. „Eine wichtige Entscheidung für uns, aber auch eine logische, fast zwangsläufige Entscheidung. Weil wir mit der Entwicklung unseres Teams hochzufrieden sind und sicher sind, dass wir unsere sportlichen Ziele mit ihm am allerbesten erreichen können – und sicher auch werden.“

Svetislav Pesic wirkte wie schon unter der Woche locker und bestens gelaunt. Typisch für ihn freute er sich aber nicht lange, sondern richtete den Blick nach vorne. „In den zwei Jahren ist es für uns das Wichtigste, uns weiter in Deutschland zu etablieren. Dann werden wir uns so weiterentwickeln, dass wir auch in Europa nicht nur mitspielen, sondern noch einen Schritt nach vorne machen.“

Heißt: Ein Ausrutscher wie diese Saison, als der FC Bayern die 2. Runde der Euroleague verpasste, muss einmalig bleiben. „Wir wollen so gut aufgestellt sein, dass wir in jedem Fall die Gruppenphase überstehen können“, sagte Schels. „Unser Trainer betrachtet die Gruppenphase nur als Zwischenziel, wir unterstützen ihn in seinen Zielen.“

Genau über diese Zielsetzung war man sich Mitte Dezember nicht so einig. Da beklagte Pesic, sein Team habe sich als einzige Bundesliga-Spitzenmannschaft im Vergleich zur Vorsaison nicht verbessert. Die damaligen Aussagen erklärte Geschäftsführer Marko Pesic nun als taktischen Kniff: „Wir hatten da sehr viele sportliche Probleme, aber kein Journalist hat einen Spieler kritisiert. Man hat nur über diese Aussagen gesprochen, das hat die Mannschaft aus der Schusslinie genommen. Außerdem hat der Trainer so gemerkt hat, dass wir Qualität doch entwickeln können. Als alle fit waren, war er überzeugt vom Team.“ Mit Pesics Vertragsverlängerung dürfte klar sein: Es werden in Zukunft noch mehr Mittel in die Mannschaft investiert.

Die spielerische Entwicklung der letzten Monate hat wieder Harmonie einkehren lassen beim deutschen Meister. „In Verbindung mit Andreas und Muki ist das Paket das Beste, was uns passieren kann“, schwärmte Marko Pesic. Die Verträge mit den Co-Trainern Andreas Wagner und Emir Mutapcic sollen laut Vizepräsident Scheels „in den nächsten 14 Tagen“ verlängert werden. Dann dürfte auch Bo McCalebb seine Verletzung auskuriert haben und eine Entscheidung fallen, ob er bis zum Saisonende bleibt. „Die Tür für Bo ist offen, wir sind nicht gebunden an den 28. Februar“, sagte Marko Pesic. Ein anderer deutscher Verein kann ihn durch das Ende der Wechselfrist nicht mehr verpflichten.

 

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