Versuchter Mord Putzfrau schlägt 30 Mal mit dem Hammer zu

Verurteilt: Monika F. muss 13 Jahre ins Gefängnis. Foto: az

Prozess am Landgericht: Eine 60-jährige wird zu 13 Jahren Haft wegen versuchtem Mord verurteilt. Die ehemalige Putzfrau ging mit einem Hammer auf ihre Arbeitgeberin los.

 

München Marianne M. (65) lacht. Nichts an ihr erinnert an den brutalen Überfall, der sie vor einem Jahr fast das Leben gekostet hätte. Über 30 Mal hat ihre ehemalige Putzfrau Monika F. (60) mit einem Hammer auf ihren Kopf eingeschlagen. Doch ihr dichtes Haar, ihre rüstige Konstitution, ihr großer Lebenswille und der Zufall haben der 65-Jährigen nach Überzeugung des Gerichts an jenem 7. August 2013 das Leben gerettet.

Jetzt kann sie wieder lächeln. Am Freitag erschien die 65-Jährige zum Prozess gegen die Frau, die sie fast umgebracht hatte. Mit eigenen Augen wollte sie sehen, mit eigenen Ohren hören, zu welcher Strafe ihre Peinigerin verurteilt wird. Der Richterspruch: 13 Jahre muss Monika F. ins Gefängnis.

Noch einmal schildert der Vorsitzende Richter Michael Höhne in seiner Urteilsbegründung, wie brutal die Täterin vorgegangen ist. Die Putzfrau hatte bereits einige Monate zuvor Schmuck aus dem Sollner Haus gestohlen und war deshalb von ihrer Arbeitgeberin entlassen und angezeigt worden. Wenige Monate später erschien sie dennoch wieder vor der Haustür. Diesmal mit einem Hammer bewaffnet.

Heimtückisch und aus Habgier habe sie sofort zugeschlagen, als Maria M., die ein Postpaket erwartete, ahnungslos die Tür öffnet. Das Opfer will fliehen, Monika F. setzt ihr nach. Der Hammer saust immer und immer wieder auf den Kopf des Opfers nieder. Dann schnappt sich die Angreiferin eine Buddha-Statue und schlägt auch damit zu. „Den Geschmack von Blut werde ich nie vergessen“, zitiert der Richter die Witwe.

Blutüberströmt gelingt ihr die Flucht in die Küche, als ihre Ex-Putzfrau endlich von ihr ablässt, um sich im oberen Stockwerk nach dem Familienschmuck umzusehen. Trotz ihrer schweren Verletzungen nimmt das Opfer geistesgegenwärtig die Handtasche der Angreiferin an sich. Durch die verschlossene Küchentür erklärt sie der Räuberin, dass sie ihre Tasche nur durch das Küchenfenster wiederbekommt. Damit will sie die Angreiferin aus dem Haus locken. Das gelingt. Es gibt ein letztes Gerangel am Küchenfenster, bei dem die Angreiferin von Marianne M. am Arm mit einem Messer verletzt wird. Dann flieht Monika F.; dem Opfer gelingt es endlich, die Polizei zu alarmieren.

Warum eine solche Wahnsinnstat? Anwältin Birgit Schwerdt schilderte die finanziellen Schwierigkeiten der Angeklagten in ihrem Plädoyer. Monika F. hatte erklärt, dass sie den Schmuckraub machen wollte, um eine OP für ihren querschnittsgelähmten Sohn zu finanzieren. Für den Richter eine Schutzbehauptung.

Real sind die Leiden des Opfers. Marianne M. musste nach der Tat operiert werden. In Vollnarkose, weil 27 Platzwunden zu nähen waren. Dazu wurden ihr die Haare auf dem Kopf entfernt. Die sind wieder nachgewachsen. Geblieben sind Marianne M. aber die schmerzenden Narben und das Misstrauen: „Ich schaue mir die Menschen jetzt ganz genau an“, sagt sie.

 

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