"Verstehen Sie Spaß?" am Samstag live aus Trier Guido Cantz: "Ich soll Dieter Bohlen reinlegen"

Seit 2010 moderiert Guido Cantz die Sendung "Verstehen Sie Spaß?" Foto: SWR/Volker Oehl

Seit über dreißig Jahren erfolgreich: "Verstehen Sie Spaß?" ist eine Kult-Sendung in der deutschen TV-Landschaft. Auch am Samstag zeigt das Erste wieder lustige Streiche, die das ein oder andere Opfer regelrecht zur Verzweiflung treiben. spot on news sprach mit Moderator Guido Cantz über die kommende Ausgabe.

 

München - Im deutschen Fernsehen floppen derzeit viele Formate. Eine Sendung mit langer Tradition schafft es hingegen immer noch, die Zuschauer zu begeistern. "Verstehen Sie Spaß?" trifft mit lustigen Streichen den Humor des Publikums und erzielt selbst bei jungen Leuten hohe Einschaltquoten. Moderator Guido Cantz (43, "Ich will ein Kind von dir") verrät im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news wie das gelingt und spricht über die neue Ausgabe am Samstag aus Trier.

Am 20. September sendet das Erste "Verstehen Sie Spaß?" live aus Trier. Was erwartet die Zuschauer in der kommenden Sendung?

Guido Cantz: Wir haben noch nie so viele Versteckte-Kamera-Filme mit Prominenten gehabt, wie dieses Mal. Alle Stars, die bei mir auf dem Sofa sitzen, sind entweder Opfer oder Lockvogel eines Streiches geworden. Reingelegt haben wir zum Beispiel Reinhold Beckmann, die Band Santiano und Paul Panzer. Paul Panzer hat sich am Ende sogar selbst für einen Juwelen-Dieb gehalten. Christine Neubauer und Fernanda Brandao hingegen haben uns als Lockvogel geholfen, die Leute reinzulegen.

Bei einem Streich setzt Frau Neubauer ein Auto unter Wasser. Wie würden Sie reagieren, wenn jemand das mit ihrem Wagen machen würde?

Cantz: Das war wirklich spektakulär. Allerdings sieht ein Auto, das randvoll mit Wasser ist, nicht gerade gut aus. Wenn ich die Tür meines Wagens aufmachen würde und mir laufen etliche Liter Wasser entgegen, wäre ich auch schockiert. Das sind Szenarien, die man sich vorstellt, aber nicht selbst erleben möchte.

Es gab schon viele Promis, die in ihrer Sendung anderen eine Falle gestellt haben. Gibt es noch einen Star, den Sie sich als besonders guten Lockvogel vorstellen könnten?

Cantz: Da könnte ich mir viele vorstellen. Aber das ist immer ganz unterschiedlich. Schauspielern fällt es in der Regel natürlich leichter eine Rolle zu spielen. Es ist aber auch wichtig, spontan zu sein, weil Dinge passieren, die man im Vorfeld nicht einkalkulieren kann. Ich habe auch festgestellt, dass Leute die auf der Bühne stehen und sich mit Humor beschäftigen gute Lockvögel sind. Da wir letztes Jahr Mario Barth reingelegt haben, wäre es auch mal ganz schön, den Spieß umzudrehen und ihn als Lockvogel zu gewinnen.

Gibt es eine Person, die Sie unbedingt mal reinlegen möchten?

Cantz: Anfang der Woche habe ich erst mit zwei dreizehn- und zwölfjährigen Jugendlichen gedreht, die mich gefragt haben, wann wir denn endlich mal Dieter Bohlen reinlegen. Das habe ich jetzt als Auftrag verstanden, vielleicht bekommen wir es ja irgendwann mal hin.

Was ist ihr persönlicher Lieblingsstreich in der kommenden Sendung?

Cantz: Mir haben die Filme mit Paul Panzer und Reinhold Beckmann viel Spaß gemacht. Aber es gibt auch einen kleinen Scherz, den ich persönlich unglaublich lustig finde. Dabei geht es um das Freistoß-Spray, das bei der letzten Fußball-WM eingesetzt wurde. Wir haben diese Idee aufgegriffen und in einer Fußgängerzone die Leute damit veräppelt. Eine kleine Idee, die wirklich toll umgesetzt wurde.

Die Scherze sind ja durchaus auch gemein. Empfinden Sie kein Mitleid, mit den Opfern?

Cantz: Naja, zunächst muss jeder seine Zustimmung für die Ausstrahlung geben. Wer das nicht will, wird auch nicht gezeigt. Das ist eine Sache, die mich immer beruhigt. Trotzdem gibt es natürlich Filme, bei denen die Leute hart drangenommen werden. Es gibt zum Beispiel eine Rubrik "Der hat's verdient", da hab ich dann aber ehrlich gesagt nicht so viel Mitleid. Dennoch will ich nicht ausschließen, dass es schon mal Beiträge gab, die auf den ein oder anderen etwas heftig gewirkt haben. Meistens überwiegt bei den Opfern aber doch die Erleichterung, wenn die ganze Situation aufgeklärt wird und sich herausstellt, dass "Verstehen Sie Spaß?" dahinter steckt.

Wurden Sie selbst schon mal reingelegt?

Cantz: Letztens, als Stefan Mross zu scharfe Currywurst gegessen hat und seine Sendung nicht mehr weiter moderieren konnte, bin ich ja für ihn eingesprungen. Da dachte ich erst, es wäre so weit. Bisher kam es aber tatsächlich noch nicht dazu. Ich rechne jeden Tag damit, denn die Ankündigung wurde mir bereits vor der ersten Sendung gemacht.

Wo hört bei ihnen der Spaß auf?

Cantz: Im normalen Leben bei Ungerechtigkeiten. Das ist eine Sache, die ich überhaupt nicht leiden kann. Und beim Taxifahren bin ich mittlerweile auch relativ dünnhäutig geworden. Da habe ich schon viele Sachen erlebt.

"Verstehen Sie Spaß?" wird live übertragen. Sie haben aber auch schon aufgezeichnete Sendungen moderiert. Was ist ihnen persönlich lieber?

Cantz: Ich moderiere lieber live. Das hat einfach noch ein bisschen mehr Kick. Alle geben von Anfang an ein wenig mehr, weil man keine zweite Chance hat und nichts rückgängig machen kann. Ich finde das toll. Sonst ist im Fernsehen ja alles perfekt und ich glaube, die Zuschauer lieben es, auch mal das Unperfekte zu sehen.

Vor ihnen gab es zahlreiche andere Moderatoren der Sendung. Welcher war ihr Favorit?

Cantz: Mit Kurt Felix und Paola bin ich aufgewachsen. Die beiden sind sozusagen Helden meiner Kindheit und liegen mir deswegen sehr am Herzen. Aber auch Frank Elstner fand ich immer toll. Das sind alles großartige Vorgänger. Trotzdem versuche ich nicht in deren Fußstapfen zu treten, sondern der Sendung meine eigene Note zu verleihen.

Mit "Wetten dass...?" wird die ehemals erfolgreichste deutsche Samstag-Abend-Show eingestellt. Denken Sie, dass "Verstehen Sie Spaß?" dasselbe Schicksal ereilen könnte?

Cantz: Im Moment haben wir noch sehr gute Quoten und sind auch bei jungen Leuten erfolgreich. Was in Zukunft passieren wird, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass wir das noch einige Jahre machen können. Das Gute ist, dass wir auch vom Internet profitieren. Die Filme mit der versteckten Kamera sind im Netz ein absoluter Renner und werden millionenfach geklickt. Das ist vor allem für einen öffentlich-rechtlichen Sender wie das Erste unglaublich.

 

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