Moderate Senkung Allianz senkt Zinsen bei Lebensversicherungen

Die Allianz senkt die Zinsen auf Lebens- und Rentenversicherungen. Foto: Marc Müller/dpa/dpa

Die Hoffnung Millionen Versicherter auf ein Ende der Zinstalfahrt bei Lebensversicherungen hat sich zerschlagen. Gesunkene Zinsen am Kapitalmarkt setzen den Altersvorsorgeklassiker unter Druck.

 

Stuttgart - Deutschlands größter Lebensversicherer Allianz Leben senkt wegen der Zinsflaute an den Kapitalmärkten die Zinsen.

Bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen liegt die laufende Verzinsung im kommenden Jahr bei 2,5 Prozent nach zuletzt 2,8 Prozent, wie der Branchenprimus mitteilte.

Der Wert setzt sich aus dem vom Bundesfinanzministerium festgelegten Garantiezins von aktuell 0,9 Prozent für Neuverträge sowie einer Überschussbeteiligung zusammen. Für die neueren Versicherungen ohne Garantiezins sinkt die laufende Verzinsung von 2,9 auf 2,6 Prozent.

Wer einen alten Vertrag mit einem noch höheren Garantiezins hat, dem ist die dort genannte Verzinsung sicher. Die hohen Zinsversprechen aus älteren Verträgen sind angesichts der andauernden Niedrigzinsen für die Branche allerdings zu einem immer größeren Problem geworden.

Die Gesamtverzinsung, zu der unter anderem der Schlussüberschusses am Ende der Laufzeit des Vertrages zählt, verringert sich um jeweils 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 für klassische Produkte beziehungsweise 3,4 Prozent für das "Perspektive" genannte neuere Modell. Zuvor war die Verzinsung drei Jahre lang stabil geblieben.

"Die Senkung ist im Vergleich zur Entwicklung an den Kapitalmärkten moderat. In Zeiten von Null- und Negativzinsen ist eine 3 vor dem Komma ein starkes Signal", sagte Produktvorstand Volker Priebe. Er rechnet damit, dass das Zinstief lange anhält. "Wir haben unsere Produkte seit mehr als zehn Jahren auf die Zinssituation angepasst und können so das Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit erfüllen und gleichzeitig Chancen auf Rendite bieten."

Um höhere Renditen zu erzielen, investiert die Allianz Leben verstärkt auch in Aktien sowie nicht handelbare Anlagen wie die Finanzierung von Gewerbeimmobilien oder Infrastrukturprojekte. "Aktuell liegt der Anteil der nicht handelbaren Anlagen etwa bei einem Viertel der Gesamtanlage, mittelfristig soll er bei einem Drittel liegen", sagte Priebe. "Dafür müssen wir entsprechend Risikokapital vorhalten, um Schwankungen bei der Anlage auszugleichen. Das können nur finanzstarke Versicherer."

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