Verschärftes Vorgehen der Polizei Bettlerbanden in der Innenstadt werden weniger

Ein Bettler in der Nähe des Mathäser-Kino. Seine Beinstümpfe hat er mit Lumpen umwickelt. In der Hand hält er Passanten einen Kaffeebecher hin. Foto: Daniel von Loeper

Das verschärfte Vorgehen gegen Bettlerbanden in Bayern zeigt Wirkung: In den Großstädten wie München sind die meist aus Osteuropa stammenden Bettler immer seltener anzutreffen.

 

München – Sie werden oftmals mit Kleinbussen in die Stadt gekarrt und dürfen ihr Geld nicht behalten: Bettler, die von osteuropäischen Banden angeheuert werden, sind in vielen Städten ein Ärgernis - doch ihre Zahl geht in Bayern nun deutlich zurück. "Die Maßnahmen gegen die verbotenen Bettelformen haben einen deutlichen Erfolg gebracht, das sieht man auch auf den Straßen", sagte Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat.

In München war im August 2014 eine Allgemeinverfügung in Kraft getreten, die aggressives und organisiertes Betteln in Teilen des Stadtgebietes - wie am Hauptbahnhof und in der Innenstadt - verbietet. Seitdem sind mehr als 1000 Anzeigen der Polizei bei der Behörde eingegangen.

Bettler werden mit Kleinbussen in die Stadt gebracht

Unter aggressives Betteln fällt laut Meyer zum Beispiel das Festhalten von Passanten oder das Zurschaustellen von Wunden. Personen, die nur still betteln, werden von der Polizei nicht zur Anzeige gebracht, da stilles Betteln nahezu im gesamten Stadtgebiet grundsätzlich erlaubt ist.

Auch in Augsburg sind die Beschwerden über aggressive und organisierte Bettler zurückgegangen. Polizei und Stadt gehen in Bayerns drittgrößter Stadt seit einiger Zeit ebenfalls gegen osteuropäische Banden vor. "Momentan ist es ruhig", sagte Siegfried Hartmann vom Augsburger Polizeipräsidium. "Es sind deutlich weniger gewerbsmäßige Bettler unterwegs." Das Verschwinden von organisierten Gruppen sei bislang aber erst eine Tendenz. Es müsse noch die Vorweihnachtszeit abgewartet werden, meinte Hartmann. Dann kämen erfahrungsgemäß viele Bettler zurück.

In der Vergangenheit traten auch in Augsburg regelmäßig Gruppen aus Rumänien und anderen Ländern Osteuropas auf, deren Mitglieder oftmals an mehreren Stellen der Stadt gleichzeitig bettelten. Die Gruppen seien mit Kleinbussen in die Stadt gebracht worden und nach einiger Zeit weitergezogen.

 

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