Verrückter Prozess in München Vom Vermieter gekündigt: Untermieter schlägt Mieter

Der Angeklagte Marko S. und sein Anwalt. Foto: jl

Wegen Körperverletzung und Nötigung steht ein junger Mann mit schlechtem Gedächtnis vor Gericht.

München - Einfach gestaltet sich der erste Verhandlungstag am Dienstag nicht: Der Angeklagte Marko S. (Name geändert) scheint sich nicht so recht erinnern zu können, was er am 19. Februar 2017 in seiner Wut gesagt und getan hat.

Es ergibt sich folgendes Bild: Der Geschädigte Hassan I. (Name geändert) hat S. seine Wohnung zur Untermiete angeboten, die etwas ominöse Vorgehensweise hinterfragt der nicht - zu froh ist er, mit Frau und Kindern eine Bleibe gefunden zu haben. Nur rund eine Woche später kommt die böse Überraschung: Der Eigentümer wusste nichts von der Untervermietung und ist auch nicht damit einverstanden - er will S. und seine Familie aus der Wohnung raushaben.

Als Hassan I. wegen einer Klempnerrechnung rund eine Woche später zu Marko S. in die Wohnung kommt, entwickelt sich ein heftiger Streit. Der Beschuldigte beschimpft den Mann, von dem er sich hintergangen fühlt, übel, fordert Kaution und Miete in Höhe von etwa 2.000 Euro zurück - schließlich "gibt er ihm zwei Fäuste".

Die beiden einigen sich daraufhin, die Kreditkarte des Geschädigten I. aus dem Auto zu holen und zum Geldautomaten zu gehen. Unten auf der Straße, so kratzt der Beschuldigte es aus seinem Gedächtnis zusammen, aus dem viele Einzelheiten verloren gegangen sind, erzählt Hassan I. seiner Ehefrau, S. habe ihn mit einem Messer bedroht. "Eine Lüge", die S. so wütend gemacht habe, dass er nach I. getreten habe. Es könne schon sein, dass er I. alles Mögliche angedroht habe - ein Messer habe er aber nie in die Hand genommen.

Hassan I. lebt in Luxemburg und will nicht als Zeuge aussagen. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

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